MPU Kosten Drogen: die Rechnung und die drei teuersten Fehler
Der Drogenfall ist der teuerste. Nicht wegen des Gutachtens, das liegt mit 650 bis 800 € nur wenig über dem Alkoholfall. Teuer macht ihn die Zeit: zwölf Monate Nachweis, praktisch ohne Ausnahme.
Wann welche Rechnung kommt
Die Kosten verteilen sich über gut ein Jahr. Wer das früh weiß, plant anders.
- Monat 0: Anmeldung beim Programm. Ab hier läuft die Uhr. Erste Zahlung meist sofort.
- Monat 1 bis 12: sechs Urinscreenings, kurzfristig einbestellt. 700 bis 1.000 €, verteilt.
- Etwa Monat 9: Vorbereitung beginnen, nicht später. Ab 250 €.
- Nach Monat 12: Gutachten 650 bis 800 €, Behörde 150 bis 350 €.
Was kostet deine Drogen-MPU?
Zwölf Monate Nachweis sind eingerechnet – das ist im Drogenfall der Regelfall.
Richtwerte auf Basis der üblichen Marktpreise – dein Angebot kann abweichen.
Warum nie sechs Monate? Beim Alkohol unterscheidet die Behörde zwischen Missbrauch und Abhängigkeit, entsprechend fällt die geforderte Dauer aus. Bei Drogen läuft die Fragestellung fast immer auf ein volles Jahr hinaus, unabhängig davon, ob einmal konsumiert wurde oder über Jahre hinweg. Das verdoppelt den größten Kostenblock gegenüber einem kurzen Alkoholprogramm.
Aus der Praxis — Ben Ambros
Was ich Betroffenen mit Drogenfall immer als Erstes sage: Melde das Programm an, bevor du irgendetwas anderes planst. Die zwölf Monate laufen ab der Anmeldung – jeder Monat, den du mit Recherche verbringst, verlängert die Gesamtdauer um genau diesen Monat und kostet am Ende bares Geld.
Was das Labor verlangt, bevor es überhaupt losgeht
Anerkannt wird nur ein Programm nach CTU-Kriterien. Tests beim Hausarzt zählen nicht, egal wie sorgfältig sie gemacht wurden, und das ist der Klassiker unter den teuren Irrtümern.
- Urin: Du wirst per SMS oder Anruf einbestellt und musst kurzfristig erscheinen. Termine sind nicht verhandelbar.
- Haar: Für Alkohol werden maximal etwa drei Zentimeter ausgewertet, das entspricht rund drei Monaten. Bei Drogen sind bis zu sechs Zentimeter möglich.
- Gefärbtes, gebleichtes oder zu kurzes Haar macht die Probe unbrauchbar. Dann zahlst du erneut.
- Das Programm muss lückenlos laufen und vor dem MPU-Termin abgeschlossen sein.
Urinscreening oder Haaranalyse
| Urinscreening | Haaranalyse | |
|---|---|---|
| Termine in 12 Monaten | 6, unangekündigt mit kurzer Frist | meist 4, planbar |
| Kosten | 700–1.000 € | höher pro Analyse |
| Risiko | Termin verpasst, Programm gefährdet | zu kurzes oder behandeltes Haar unbrauchbar |
| Passt für | wer flexibel und ortsnah ist | wer beruflich viel unterwegs ist |
Die Kurzfristigkeit beim Urin unterschätzen viele. Du wirst einbestellt und musst innerhalb eines engen Fensters erscheinen. Im Schichtdienst oder auf Montage wird das zum Problem, und ein geplatztes Programm kostet mehr als jeder Aufpreis für Haaranalysen.
Die drei Fehler, die richtig Geld kosten
- Das Programm zu spät anmelden. Der häufigste Fehler überhaupt.
- Einen Termin verpassen. Ein versäumtes Screening kann das ganze Programm entwerten, dann beginnt die Uhr von vorn und die bisherigen Kosten sind verloren.
- Ohne Vorbereitung antreten.
Wie das Programm zeitlich richtig läuft, steht in Abstinenznachweis für die MPU. Alle Anlässe im Vergleich: MPU-Kostenüberblick.
Wer etwas übernehmen kann
Läuft deine Abstinenz ohnehin im Rahmen einer Suchtnachsorge, sind Teile der Kontrollen dort unter Umständen schon abgedeckt. Fragen kostet nichts, und die Beratungsstellen wissen das meist genau. Das Jobcenter zahlt nur bei nachgewiesener beruflicher Notwendigkeit, und der Antrag muss vor der Beauftragung raus.
