MPU Kosten Alkohol: alle Posten und was du davon sparen kannst

Lesezeit 5 Min.Geprüft von Ben Ambros · eigene MPU 2015Aktualisiert 3.8.2026Grundlage: BASt-Beurteilungskriterien
Kurzantwort: 1.650 bis 2.700 €. Davon entfallen 550 bis 750 € auf das Gutachten. Der Rest ist Nachweis, Behörde, Vorbereitung.

Als ich 2015 selbst wissen wollte, was mich das Ganze kostet, bekam ich von keiner Stelle eine Zahl. Nur Preisspannen, Verweise, Rückrufe. Also hier die Rechnung, die mir damals gefehlt hat.

Das Gutachten ist nicht der teure Teil. Teuer ist das Jahr davor. Wer bei 1,6 Promille oder darüber erwischt wurde, sitzt fast immer in einem Abstinenzprogramm, und dieses Programm kostet mehr als der Termin bei der Begutachtungsstelle.

Was kostet deine Alkohol-MPU?

Drei Angaben – du siehst sofort die Spanne und woraus sie sich zusammensetzt.

    Richtwerte auf Basis der üblichen Marktpreise – dein Angebot kann abweichen.

    Alle Posten, die zusammenkommen

    PostenKostenWann fällig
    Gutachten, Fragestellung Alkohol550–750 €am Untersuchungstag
    Urinscreening über 6 Monate, 4 Termine450–600 €laufend
    Urinscreening über 12 Monate, 6 Termine700–1.000 €laufend
    Behördengebühren150–350 €bei Antragstellung
    Vorbereitungab 250 €vorher
    35 %33 %17 %12 %
    NachweiseGutachtenVorbereitungBehörde

    Sechs Monate oder zwölf? Das entscheidest nicht du

    Über die Programmdauer bestimmt die Fragestellung, die deine Führerscheinstelle formuliert. Sie richtet sich nach dem, was in der Akte steht: gemessener Wert, Vorgeschichte, Auffälligkeiten im Verhalten.

    Ab 1,6 Promille geht die Behörde von einer erhöhten Alkoholgewöhnung aus. Die Logik dahinter ist unbequem, aber nachvollziehbar: Wer mit dieser Menge noch Auto fährt, ohne umzukippen, hat sich das antrainiert. Und antrainiert heißt aus Behördensicht: über längere Zeit, regelmäßig, mit Gewöhnung.

    Für deine Rechnung macht das mehrere hundert Euro aus. Sechs Monate sind vier Screenings, zwölf Monate sechs.

    Aus der Praxis — Ben Ambros

    Der teuerste Fehler, den ich immer wieder sehe: jemand hört im Januar auf zu trinken, meldet sich aber erst im Mai zum Urinprogramm an. Die vier Monate sind weg – gezählt wird ab der Anmeldung. Bei einem Fall mit 1,6 und 1,9 Promille hat genau das mehrere Monate Wartezeit und mehrere hundert Euro extra gekostet.

    Was die Summe nach oben treibt

    • Haaranalyse statt Urin. Weniger Termine, aber teurer pro Analyse. Gefärbtes oder zu kurzes Haar macht sie unbrauchbar, dann zahlst du zweimal.
    • Der falsche Startzeitpunkt beim Programm.
    • Der zweite Versuch. Wer durchfällt, zahlt das Gutachten noch einmal komplett, und die Behörde will oft frische Nachweise obendrauf.

    Eine Rechnung, wie sie typischerweise aussieht

    Fall: Ersttäter, kontrolliertes Trinken statt Abstinenz, Begutachtung bei der DEKRA, Vorbereitung über mehrere Monate in Einzelterminen. So verteilt sich die Summe:

    PostenBetrag
    Blutuntersuchung nach der Kontrolle193 €
    Strafbefehl und Verfahrensgebühren120 €
    2 × EtG-Haaranalyse250 €
    Vorbereitung, 25 Termine à 40 €1.000 €
    MPU-Gutachten694 €
    Wiedererteilung Führerschein171 €
    Vorläufiger Führerschein10 €
    Gesamt2.438 €

    Auffällig daran: Das Gutachten macht keine 30 Prozent aus. Der größte Einzelposten ist die Vorbereitung, und die kleinen Rechnungen drumherum summieren sich auf fast 500 €.

    Der zweite Preis steht in keiner Tabelle. Zwischen Kontrolle und neuem Führerschein liegen typischerweise zwölf bis vierundzwanzig Monate. Wer beruflich fährt, rechnet ab hier selbst weiter.

    Die Posten, die in keiner Kostenübersicht stehen

    Die großen Zahlen kennt jeder. Was in den Aufstellungen fehlt, sind die kleinen Rechnungen davor und danach. Zusammen sind sie schnell ein vierstelliger Betrag.

    • Blutentnahme und Untersuchung nach der Kontrolle, rund 190 €, kommt vom Land oder der Polizei.
    • Strafbefehl, Gerichts- und Verfahrensgebühren, oft um 120 €, unabhängig von der Geldstrafe selbst.
    • Haaranalyse je Probe 90 bis 125 €. Bei zwei Proben im Jahr sind das rund 250 €, die separat abgerechnet werden.
    • Vorläufiger Führerschein etwa 10 €, Wiedererteilung je nach Behörde um 170 €.
    • Fahrten zu Labor und Begutachtungsstelle, dazu Urlaubs- oder unbezahlte Stunden für die Termine.

    Wer nur Gutachten und Nachweis rechnet, liegt am Ende regelmäßig 500 € daneben.

    Wo Sparen funktioniert

    An genau einer Stelle: bei der Wahl der Begutachtungsstelle. Die Preise sind nirgends festgelegt, jede Stelle kalkuliert für sich. Zwischen zwei Anbietern in derselben Region liegen bei identischer Fragestellung 100 bis 200 €. Zwei Anrufe, zwei Preise, fertig.

    Und wo es nach hinten losgeht

    An der Vorbereitung.

    Das klingt nach Eigenwerbung, ist aber schlicht Rechnerei: Rund ein Drittel fällt beim ersten Anlauf durch. Der Spareffekt kostet dann ein zweites Gutachten, dazu die Monate, in denen der Führerschein weiter weg bleibt. Was Vorbereitung kostet, steht im Kursvergleich. Die Übersicht über alle Anlässe findest du im Kostenüberblick mit Rechner.

    Wenn das Geld nicht auf einmal da ist

    Ein Vorteil des Alkoholfalls: Der größte Posten kommt sowieso in Raten. Screenings werden pro Termin abgerechnet, über sechs oder zwölf Monate verteilt. Niemand verlangt die Summe vorab.

    • Jobcenter oder Agentur für Arbeit übernehmen im Einzelfall, wenn der Führerschein für die Arbeitsaufnahme nötig ist. Das ist eine Ermessensleistung. Antrag stellen, bevor du zahlst, denn rückwirkend gibt es fast nie etwas.
    • Ratenzahlung fürs Gutachten bieten viele Stellen an. Von allein sagt es dir keiner.
    • Steuerlich absetzbar ist die MPU nur in engen Ausnahmen, etwa wenn der Führerschein zwingend zum Beruf gehört. Vorher mit dem Steuerberater klären, nicht danach.

    Was sich nie rechnet: ein günstigeres Labor, das am Ende nicht anerkannt ist. Dann sind Geld und Monate weg.

    Häufige Fragen

    Was kostet eine MPU mit kontrolliertem Trinken?
    Ohne Abstinenzprogramm fallen die laufenden Screenings weg. Eine typische Rechnung liegt dann bei rund 2.400 €: Gutachten knapp 700 €, zwei EtG-Haaranalysen etwa 250 €, Vorbereitung in Einzelterminen um 1.000 €, dazu Blutuntersuchung, Gerichts- und Behördengebühren.
    Welche Kosten werden bei der MPU am häufigsten vergessen?
    Die Blutuntersuchung nach der Kontrolle (rund 190 €), Gerichts- und Verfahrensgebühren (oft um 120 €), die Wiedererteilungsgebühr der Behörde und die Fahrten zu Labor und Begutachtungsstelle. Einzeln wirkt nichts davon groß, zusammen fehlen in den meisten Aufstellungen mehrere hundert Euro.
    Kann ich die MPU-Kosten in Raten zahlen?
    Das Screening-Programm wird ohnehin pro Termin bezahlt und verteilt sich damit über sechs bis zwölf Monate. Für das Gutachten bieten viele Stellen Ratenzahlung an – du musst aktiv danach fragen.
    Was kostet die Alkohol-MPU ohne Abstinenznachweis?
    Wenn die Fragestellung kontrolliertes Trinken zulässt, entfällt der größte Posten. Dann bleiben Gutachten, Behördengebühren und Vorbereitung – realistisch 1.000–1.400 €.
    Was kostet eine MPU wegen Alkohol insgesamt?
    Rechne mit 1.650–2.700 €: Gutachten 550–750 €, Abstinenznachweis 450–1.000 € je nach Programmdauer, Behördengebühren 150–350 € und Vorbereitung ab etwa 250 €. Ohne Abstinenzauflage liegt die Summe deutlich niedriger.
    Warum ist die MPU wegen Alkohol teurer als wegen Punkten?
    Weil beim Punktefall keine Abstinenznachweise verlangt werden. Der Nachweis ist beim Alkohol-Fall der größte Einzelposten – er kann teurer sein als das Gutachten selbst.
    Zahlt das Jobcenter oder die Krankenkasse die MPU wegen Alkohol?
    Die Krankenkasse zahlt nichts, die MPU ist keine Heilbehandlung. Das Jobcenter kann die Kosten im Einzelfall übernehmen, wenn der Führerschein nachweislich für die Arbeitsaufnahme nötig ist – das ist eine Ermessensentscheidung, kein Anspruch. Frag vor der Anmeldung, nicht danach.
    Kann ich die Kosten der Alkohol-MPU von der Steuer absetzen?
    In der Regel nicht. Als Werbungskosten anerkannt wird die MPU nur in engen Ausnahmefällen, etwa wenn der Führerschein zwingende Voraussetzung für den Beruf ist. Kläre das mit deinem Steuerberater, bevor du damit rechnest.

    Dein nächster Schritt

    Rechne deine Summe konkret durch – und sieh dir an, wie ich die Alkohol-MPU selbst bestanden habe.

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    Ben Ambros

    Ben Ambros · Gründer von MPU-Wissen.de, eigene MPU 2015 bestanden. Inhalte fachlich an den BASt-Beurteilungskriterien orientiert – erklärt aus Betroffenen-Perspektive. Meine Geschichte