MPU Gutachten Kosten: 400 bis 800 € – je nach Fragestellung
Wenn jemand fragt, was die MPU kostet, meint er meistens zwei verschiedene Dinge. Entweder das komplette Verfahren oder den Betrag, den die Begutachtungsstelle in Rechnung stellt. Hier geht es um den zweiten.
Der Preis hängt an der Fragestellung
Nicht daran, welche Stelle du wählst. Was die Behörde formuliert hat, bestimmt den Aufwand der Begutachtung, und der Aufwand bestimmt den Preis.
| Fragestellung | Gutachten |
|---|---|
| Punkte, Verkehrsverhalten | 400–550 € |
| Alkohol | 550–750 € |
| Drogen | 650–800 € |
| kombinierte Fragestellungen | am oberen Rand, teils darüber |
Was kostet dein Gutachten?
Nur die Begutachtung – ohne Nachweise, Vorbereitung und Behördengebühren.
Richtwerte auf Basis der üblichen Marktpreise – dein Angebot kann abweichen.
Warum TÜV und DEKRA nicht dasselbe verlangen
Amtlich festgelegt ist keiner dieser Preise. TÜV, DEKRA, pima, AVUS und die kleineren Anbieter kalkulieren jeder für sich. Regional liegen zwischen zwei Stellen 100 bis 200 € bei gleicher Fragestellung. Und weil du die Stelle frei wählen darfst, ist der Vergleich zweier Angebote der einzige Rabatt, den es bei der MPU gibt.
Was drin ist, was nicht
| Im Preis enthalten | Kommt dazu |
|---|---|
| ärztliche Untersuchung samt Laborwerten am Termin | Abstinenznachweise über Monate |
| Leistungstest am Rechner | Vorbereitung, Kurs oder Beratung |
| psychologisches Gespräch | Behördengebühren für die Wiedererteilung |
| Erstellung und Versand des Gutachtens | Fahrten, Ausfallzeiten, gegebenenfalls Anwalt |
Wofür die Stunden draufgehen
Zwei bis vier Stunden, bei vollem Programm auch fünf. Der Ablauf ist bei allen Stellen ähnlich:
- Anmeldung, Ausweis, Zahlung. Dann bekommst du Fragebögen zu Lebenslauf, Gesundheit und Anlass.
- Leistungstest am Rechner. Reaktion, Konzentration, Aufmerksamkeit unter Zeitdruck, vorher erklärt.
- Ärztliche Untersuchung. Körperlich, dazu je nach Anlass Blut oder Urin, plus kurzes Arztgespräch.
- Psychologisches Gespräch. Meist 30 bis 60 Minuten. Hier entscheidet sich alles.
Wartezeiten zwischen den Blöcken gehören dazu, planbar sind sie nicht. Das fertige Gutachten kommt üblicherweise nach sieben bis vierzehn Tagen per Post, gelegentlich dauert es drei Wochen. Bei positivem Ergebnis liegt der vorläufige Führerschein oft schon ein bis zwei Wochen nach dem Behördengang bereit.
Aus der Praxis — Ben Ambros
Was viele überrascht: Das Gutachten gehört dir. Es geht zuerst an dich, nicht an die Behörde – du entscheidest, ob du es einreichst. Ein negatives Gutachten muss also niemand sehen. Was es allerdings nicht gibt, ist eine Erstattung: Bezahlt wird die Begutachtung, nicht das Ergebnis.
Der Posten, den niemand einplant
Rund ein Drittel fällt beim ersten Anlauf durch. Für die Rechnung bedeutet das noch einmal 400 bis 800 €, dazu Wartezeit und meist zusätzliche Nachweise. Wer an der Vorbereitung spart, spart an der falschen Stelle. Die Zahlen dazu stehen in MPU-Durchfallquote, die Formate im Kursvergleich. Deine persönliche Summe rechnest du im Kostenüberblick durch.
Wer bezahlt, wer nicht
Die Rechnung geht an dich, auch wenn die Behörde die MPU angeordnet hat. Weder Krankenkasse noch Führerscheinstelle beteiligen sich. Die MPU ist keine Heilbehandlung und keine Amtshandlung, sondern eine Dienstleistung, die du einkaufst.
Kassiert wird vorab oder am Untersuchungstag. Wer kurzfristig absagt, zahlt je nach Stelle trotzdem. Und weil das fertige Gutachten zuerst zu dir kommt und nicht zur Behörde: Ein negatives Ergebnis musst du niemandem vorlegen. Erstattet wird es allerdings auch nicht.
