MPU Kosten Punkte: was der Punktefall kostet
Beim Punktefall gibt es nichts nachzuweisen. Keine Screenings, keine Laborkosten über Monate, kein Programm, das ein Jahr läuft. Das macht ihn zum günstigsten Anlass, für den eine MPU angeordnet wird.
Die Rechnung
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Gutachten, Fragestellung Verkehrsverhalten | 400–550 € |
| Abstinenznachweise | entfallen |
| Behördengebühren | 150–350 € |
| Vorbereitung | ab 250 € |
Was kostet die MPU wegen Punkten?
Ohne Abstinenznachweise bleiben drei Posten – plus der, den niemand einplant.
Richtwerte auf Basis der üblichen Marktpreise – dein Angebot kann abweichen.
Bevor du irgendetwas buchst
Punkte im Fahreignungsregister verfallen nach festen Fristen. Es kommt vor, dass sich die Lage allein durch Zeitablauf verschiebt. Rechne deinen Stand also durch, bevor Geld fließt. Dafür gibt es den Tilgungsrechner.
Warum ausgerechnet der günstigste Fall am häufigsten schiefgeht
Beim Alkoholfall zwingt das Abstinenzprogramm zu einem Jahr Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Ob man will oder nicht, man beschäftigt sich damit. Beim Punktefall fehlt dieser Zwang komplett. Theoretisch kannst du morgen zum Termin.
Also geht man unvorbereitet hin. Und sitzt dann vor Fragen zu Fahrstil, Risikobereitschaft und Selbsteinschätzung, auf die es keine schnelle Antwort gibt, weil sie nicht auf Wissen zielen, sondern darauf, ob du dein eigenes Muster beschreiben kannst.
Aus der Praxis — Ben Ambros
Punktefälle unterschätzen die MPU regelmäßig, weil kein Alkohol und keine Drogen im Spiel sind. Der Gutachter prüft aber genau dasselbe: Verstehst du das Muster hinter deinem Verhalten und ist glaubhaft, dass sich daran etwas geändert hat. Wer mit „Ich fahre jetzt langsamer\u201c kommt, ist in fünf Minuten durch.
Wofür du eigentlich bezahlst
Der Termin läuft wie bei jedem anderen Anlass: ärztliche Untersuchung, Leistungstest am Rechner, psychologisches Gespräch. Unterschiedlich ist nur das Gespräch. Statt um Konsum geht es um Tempo, Abstand, Überholmanöver, Termindruck, Ärger im Verkehr.
Der Gutachter will wissen, welches Muster dahintersteckt und was sich konkret geändert hat. „Ich passe jetzt besser auf" ist keine Antwort, das ist eine Absichtserklärung. Belegbar wird Veränderung über Entscheidungen, die man nachprüfen kann: anders geplante Fahrzeiten, andere Routen, eigene Regeln, an die du dich hältst.
Der Rechenfehler beim günstigsten Fall
Weil die Summe überschaubar aussieht, wird an der einzigen Stelle gespart, wo Sparen teuer wird. Die Gegenrechnung ist simpel: Vorbereitung ab 250 € gegen ein zweites Gutachten für 400 bis 550 €, plus Wartezeit, plus weitere Monate ohne Führerschein.
Ein Punkt noch, den fast niemand auf dem Schirm hat: Wenn der Führerschein zum Job gehört, kommt eine Übernahme durch den Arbeitgeber durchaus vor. Mal als Darlehen mit Bindungsfrist, mal komplett. Von allein bietet das kaum jemand an, gefragt hat aber auch kaum jemand.
