Idiotentest

tuv-fuehrerscheinprüfung_Tuev_RheinlandDie MPU im Volksmund

Kaum jemand weiß, was genau die MPU beinhaltet, bis er sich näher damit befassen muss. Doch jeder hat eine Meinung dazu. Meist hört man von Freunden und Bekannten wenn es auf das Thema kommt, und das vom Kassierer bis zum Uniprofessor: „Was, Du musst zum Idiotentest?! Auch gerne Depperltest genannt. Kein Zeitungsartikel ohne diese beiden Schlagwörter. Doch warum? Gut, es ist nicht die Krönung der Schläue, betrunken Auto zu fahren. Das ist uns allen klar.

Aber woher hat die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung den Namen Idiotentest?

In Ihren Anfängen war das System der MPU etwas weniger anspruchsvoll in der Präsentation, als heute. Tatsächlich gab es Unterlagen, auf denen man auf Zeit beispielsweise alle „E“s im Text unter Zeitdruck anstreichen musste. Auch vor Beginn des Computerzeitalters waren schließlich Methoden nötig, Verhalten unter monotonen Bedingungen zu testen.

Eigentlich aber, hat sich der Name wohl in den 50er Jahren geprägt. Führerscheinanwärter, die wiederholt durch die theoretische Prüfung gefallen waren, mussten zur MPU. Der Idiotentest sollte die geistige Reife überprüfen. Meist lag es schlicht an Nervosität und Prüfungsangst, die dem Führerschein im Wege standen. Auch heute gibt des diesen Begutachtungsanlass noch. Als Grundlage gilt hier die Fahrerlaubnisverordnung 11.3.3., jedoch kommt es in der heutigen Praxis doch recht selten vor, dass jemand mehr als dreimal durch die theoretische Prüfung fällt, woraufhin der Prüfer schließlich der Fahrerlaubnisbehörde „erhebliche Auffälligkeiten“ mitteilt.

Der Depperltest, besser als sein Ruf?

Der schlechte Ruf der MPU ist sicher auch etwas mit vom Namen Idiotentest geprägt. Dabei geht es bei der MPU ganz klar um Fahreignung. Es geht nicht um die Beurteilung der Persönlichkeit des Klienten. Sicher sind einige Eigenschaften, die dazu gehören, wichtige Faktoren bei der Entscheidungsfindung. Z.B. Aggression, Gerechtigkeitsempfinden und Akzeptanz von Regeln in der Gesellschaft.

Seit Einführung des Idiotentest Führerschein ist die Anzahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen stark gesunken. Und das trotz steigender Motorisierung. Sicher spielen auch andere Faktoren eine Rolle, doch die MPU trägt Ihren Teil zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Wer einmal in einer Darstellung gesehen hat, wie sich bei 1,6 Promille Gesichtsfeld, Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit ändern, hat keinen Zweifel mehr daran, dass es an Wahnsinn grenzt, so am Straßenverkehr teilzunehmen. Der Idiotentest wird zur sinnvollen Maßnahme, wenn man sich Unfälle aufgrund von Mindestabstandsunterschreitung betrachtet oder wegen aufgrund von Rauschmitteln totaler Reaktionsunfähigkeit. Die Chancen, damit umzugehen zu lernen, dass Personen aufgrund der eigenen, offensichtlichen Schuld verletzt wurden, sind äußert gering. Der „Depperltest“ bewegt vielleicht den einen oder anderen zum Umdenken, bevor das Schlimmste eintrifft.

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