MPU

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Ben AmbrosIch bin Ben. 2015 saß ich selbst in der MPU. Seit über zehn Jahren entwickle ich diese Vorbereitung zusammen mit Betroffenen wie dir weiter – 16 Updates allein 2026.

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Wann muss man zur MPU? Alle Auslöser und die Ausnahmen

Lesezeit 7 Min.Geprüft von Ben Ambros, eigene MPU 2015Aktualisiert 11.10.2026Grundlage: StGB, StVG, FeV, Beurteilungskriterien
Kurzantwort: Zur MPU musst du, wenn die Führerscheinstelle sie anordnet. Das passiert vor allem ab 1,6 Promille (auch auf dem Fahrrad), beim zweiten Alkoholverstoß, nach nachgewiesenem Konsum harter Drogen, bei 8 Punkten und nach Verkehrsstraftaten mit Aggression. Wer einmal mit weniger als 1,1 Promille ohne Unfall erwischt wurde oder einmal zu schnell war, muss in aller Regel nicht.
Inhalt
  1. Die Auslöser auf einen Blick
  2. Alkohol: 1,6 Promille, Wiederholung, Bayern
  3. Drogen: einmal reicht
  4. Punkte: acht in Flensburg
  5. Straftaten, Medikamente, Krankheit
  6. Wer entscheidet – und wie lange die Vorfälle zählen
  7. Was passiert, wenn du nicht hingehst
  8. Muss ich eine MPU-Vorbereitung machen?
  9. Fahrrad, kein Führerschein, zu schnell
  10. Wie erfahre ich, ob ich zur MPU muss?
  11. Häufige Fragen

Nicht jeder Verstoß führt zur Begutachtung. Diese Seite listet die Fälle, in denen die Führerscheinstelle eine MPU anordnet, mit den Grenzen und den Ausnahmen – für Alkohol, Drogen, Punkte, Straftaten und Medikamente.

MPU Wissen Haltung: Die MPU prüft nicht die Tat, sondern ob sich seitdem etwas geändert hat. Wer den Auslöser versteht, weiß auch, was der Gutachter hören will.

Die Auslöser auf einen Blick

Die MPU ordnet immer die Führerscheinstelle an, nicht das Gericht. Sie tut das, wenn Tatsachen die Fahreignung in Zweifel ziehen – die Fälle stehen in §§ 11, 13 und 14 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Das sind die Auslöser, die in der Praxis fast alle Anordnungen ausmachen:

AnlassWann die MPU kommtWann nicht
AlkoholAb 1,6 Promille (Auto und Fahrrad); jede Wiederholung ab 0,5 Promille; in Bayern und Baden-Württemberg oft ab 1,1 ohne Ausfallerscheinungen; Hinweise auf AbhängigkeitEinmalig unter 1,1 Promille ohne weitere Auffälligkeit
Harte DrogenEin nachgewiesener Konsum von Kokain, Amphetamin, MDMA, Heroin oder anderen Substanzen nach dem Betäubungsmittelgesetz reicht – auch ohne FahrtPraktisch nie; die Behörde geht von fehlender Eignung aus, bis ein Gutachten das Gegenteil belegt
CannabisFahrt über dem THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml mit Hinweisen auf regelmäßigen Konsum oder fehlendes Trennvermögen; Mischkonsum mit Alkohol; WiederholungEinmaliger Verstoß ohne weitere Anhaltspunkte – seit der Gesetzesänderung 2024 nicht mehr automatisch
Punkte8 Punkte in Flensburg: Entzug; die Neuerteilung setzt ein positives Gutachten vorausBis 7 Punkte: Ermahnung, Verwarnung, Fahreignungsseminar
StraftatenVerkehrsstraftaten mit Aggressionspotenzial (Nötigung, gefährlicher Eingriff, Körperverletzung im Straßenverkehr) und erhebliche Straftaten außerhalb des Verkehrs, wenn sie Rückschlüsse auf die Fahreignung zulassenStraftaten ohne Bezug zum Fahren
Medikamente, KrankheitDauermedikation mit Betäubungsmitteln (zum Beispiel Opioide, Benzodiazepine) ohne ärztlichen Beleg; Erkrankungen, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können – oft erst ärztliches Gutachten, MPU bei Zweifeln an der ComplianceVerordnete Medikamente mit Nachweis und ohne Auffälligkeit
Neuerteilung nach EntzugWenn der Entzugsgrund einer der Fälle oben war – die Anordnung kommt mit dem Antrag, nicht mit dem UrteilEntzug aus Gründen ohne Eignungszweifel
ProbezeitDritter A-Verstoß oder Alkohol-/Drogenfahrt in der Probezeit mit EntzugErster und zweiter Verstoß: Aufbauseminar, Beratung

Alkohol: 1,6 Promille, Wiederholung, Bayern

Bei einer einzelnen Fahrt unter 1,1 Promille ohne Unfall kommt keine MPU. Ab 1,6 Promille ist sie bundesweit Pflicht, weil der Gesetzgeber ab diesem Wert von einer Alkoholgewöhnung ausgeht, die ein normaler Trinker nicht erreicht. Dazwischen liegt die Grauzone: § 13 FeV erlaubt die Anordnung bei „sonstigen Tatsachen“, und Bayern wie Baden-Württemberg werten fehlende Ausfallerscheinungen bei 1,1 bis 1,59 Promille als solche Tatsache. Zwei Alkoholfahrten – egal wie niedrig – lösen die MPU immer aus. Was danach kommt: MPU wegen Alkohol.

Ab wann MPU bei Alkohol?MPU?
Einmal 0,5 bis 1,09 ‰, keine Ausfallerscheinungennein
Einmal 0,3 bis 1,09 ‰ mit Unfall oder Fahrfehlernselten, hängt von Behörde und Akte ab
Einmal 1,1 bis 1,59 ‰meistens nein. In Bayern und Baden-Württemberg oft ja, wenn keine Ausfallerscheinungen im Protokoll stehen
1,6 ‰ oder mehr, auch auf Fahrrad oder E-Scooterja
Zweite Alkoholfahrt ab 0,5 ‰ja
Hinweise auf Abhängigkeiterst ärztliches Gutachten, danach meistens MPU

Was dich bei welchem Wert an Strafe erwartet, steht bei der Promille-Strafe als Ersttäter. Ist es gerade erst passiert, fang mit Mit Alkohol am Steuer erwischt: Was jetzt? an. Und wenn es im Urlaub war: Alkohol am Steuer im Ausland.

Drogen: einmal reicht

Bei harten Drogen braucht es keine Fahrt. Ein positiver Test bei einer Polizeikontrolle, ein Fund mit Konsumbezug oder ein Geständnis in der Akte genügt – die Behörde nimmt an, dass die Eignung fehlt, und die MPU muss das Gegenteil belegen. Deshalb hängt hier fast alles am Abstinenznachweis: ohne zwölf Monate belegte Abstinenz gibt es kein positives Gutachten. Bei Cannabis ist das seit 2024 anders: Ein einmaliger Verstoß über 3,5 ng/ml führt zu Bußgeld und Fahrverbot, die MPU kommt erst bei Hinweisen auf regelmäßigen Konsum, fehlendes Trennvermögen oder Mischkonsum. Details: MPU wegen Drogen und MPU wegen Cannabis.

Punkte: acht in Flensburg

Das Punktesystem hat drei Stufen: Bei vier bis fünf Punkten die Ermahnung, bei sechs bis sieben die Verwarnung mit Hinweis auf das Fahreignungsseminar, bei acht der Entzug. Die MPU kommt nicht mit dem Entzug, sondern mit dem Antrag auf Neuerteilung – frühestens nach sechs Monaten. Der Gutachter prüft dann nicht Alkohol oder Drogen, sondern warum du dich trotz Ermahnung und Verwarnung nicht an die Regeln gehalten hast, und ob sich daran etwas geändert hat. MPU wegen Punkten erklärt, worauf es dabei ankommt.

Straftaten, Medikamente, Krankheit

Verkehrsstraftaten mit Aggressionspotenzial – Nötigung, Gefährdung anderer, Fahrerflucht mit Personenschaden – führen zur MPU nach § 11 FeV, oft in Kombination mit dem Entzug. Bei Straftaten außerhalb des Verkehrs braucht die Behörde einen Zusammenhang zur Fahreignung, etwa erhebliche Gewaltdelikte. Bei Medikamenten geht es um Betäubungsmittel in Dauertherapie: Wer Opioide oder Benzodiazepine nimmt, muss belegen, dass die Einnahme ärztlich geführt ist und keine Ausfallerscheinungen auftreten – Rezept und Attest reichen oft, bei Zweifeln kommt die MPU. Bei Krankheiten (Epilepsie, Diabetes mit Unterzuckerungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen) ordnet die Behörde zuerst ein ärztliches Gutachten an; die MPU folgt, wenn es um die Einsicht in die Krankheit und den Umgang damit geht.

Wer entscheidet und wie lange die Vorfälle zählen

Die Anordnung kommt von der Führerscheinstelle deines Wohnorts als Bescheid mit Fragestellung und Frist, in der du eine Begutachtungsstelle nennen musst. Das Gericht spricht die Strafe aus und setzt die Sperrfrist; die Eignung prüft es nicht. Deshalb verjährt die MPU-Pflicht auch nicht mit der Strafe, sondern mit den Tilgungsfristen im Fahreignungsregister: fünf Jahre bei Straftaten ohne Entzug und bei Ordnungswidrigkeiten mit zwei Punkten, zehn Jahre bei Straftaten mit Entzug der Fahrerlaubnis. Solange der Eintrag steht, darf die Behörde ihn verwerten – auch für einen zweiten Anlass Jahre später.

Was passiert, wenn du nicht hingehst

Niemand zwingt dich zur Begutachtung. Wer die Anordnung ignoriert, bekommt keine Strafe, aber die Behörde darf aus der Weigerung auf fehlende Eignung schließen: Der Antrag wird abgelehnt oder die Fahrerlaubnis entzogen. Aussitzen bringt nichts – die Eintragung bleibt bis zur Tilgung, und ein Gutachten braucht es für jeden neuen Antrag. Der bessere Weg: erst die Fragestellung im Bescheid lesen, dann die Nachweise planen, dann den Termin. Wie die MPU abläuft und was sie kostet, steht in den beiden Ratgebern; wo du im Prozess stehst, sagt dir die kostenlose Einschätzung in zwanzig Minuten.

Muss ich eine MPU-Vorbereitung machen?

Nein. Das steht in keinem Gesetz, keine Behörde fragt danach, und der Gutachter darf dich nicht schlechter bewerten, weil du keinen Kurs gemacht hast. Verlangt wird nur, was in der Anordnung steht: das Gutachten bis zur Frist und bei Alkohol oder Drogen meistens Abstinenznachweise. Einen Kurs gibt es höchstens nach der MPU, wenn das Gutachten einen empfiehlt. Auch dann ist er freiwillig und ersetzt eine neue MPU, wenn die Behörde vorher zustimmt (Kurs nach § 70 FeV).

Zur Einordnung: 2024 waren laut BASt rund 39 Prozent der Gutachten negativ. Nach dem, was ich mitbekomme, scheitern viele davon nicht an den Werten, sondern daran, dass sie im Gespräch nicht erklären können, wie es zu der Fahrt kam und was heute anders ist. Ob du dafür einen Kurs, ein Buch oder einen Verkehrspsychologen brauchst, musst du selbst entscheiden. Die Möglichkeiten vergleicht MPU ohne Vorbereitung.

Fahrrad, kein Führerschein, zu schnell: Muss ich trotzdem zur MPU?

Auf dem Fahrrad oder E-Scooter kommt die MPU ab 1,6 Promille genauso wie im Auto. Hast du gar keinen Führerschein, kommt sie, sobald du einen machen willst. Manche Behörden verbieten zusätzlich das Radfahren, ob das erlaubt ist, sehen die Gerichte allerdings unterschiedlich. Mehr dazu bei Mit Alkohol auf dem Fahrrad.

Die MPU trifft also auch Leute, die nie einen Führerschein hatten. Wer mit 1,6 Promille auf dem Rad saß oder bei wem Drogenkonsum aktenkundig ist, muss das Gutachten bringen, bevor er zur Prüfung zugelassen wird.

Wegen einmal zu schnell fahren kommt in aller Regel keine MPU, auch nicht bei einem hohen Verstoß mit Fahrverbot. Sie kommt über die Punkte (8 in Flensburg) oder nach illegalen Rennen und einer Fahrweise, die auf Aggression schließen lässt. Siehe MPU wegen Punkten.

In der Probezeit ist Alkohol schon ab 0,0 Promille verboten. Beim ersten Mal gibt es dafür ein Aufbauseminar und eine längere Probezeit, aber keine MPU. Die Grenzen oben gelten trotzdem auch für Fahranfänger.

Wie erfahre ich, ob ich zur MPU muss?

Sicher erst durch den Brief der Führerscheinstelle mit der Anordnung. Das Gericht sagt dazu nichts, die Polizei auch nicht. Nach einer Entziehung kommt der Brief meistens erst, wenn du den Führerschein neu beantragst. Deshalb lohnt es sich, den Antrag drei bis sechs Monate vor Ende der Sperrfrist zu stellen. Dann weißt du früh Bescheid. Wann der Brief realistisch kommt, steht bei Wann erfahre ich, ob ich eine MPU machen muss? und Wann meldet sich die Führerscheinstelle?

Häufige Fragen

Wann muss man zur MPU wegen Alkohol?

Ab 1,6 Promille bundesweit, bei jeder zweiten Alkoholfahrt ab 0,5 Promille, nach einer Radfahrt ab 1,6 Promille und bei Hinweisen auf Abhängigkeit. In Bayern und Baden-Württemberg häufig schon ab 1,1 Promille, wenn keine Ausfallerscheinungen protokolliert wurden.

Muss man bei einmaligem Drogenkonsum zur MPU?

Bei harten Drogen ja: Ein nachgewiesener Konsum von Kokain, Amphetamin, MDMA oder Heroin reicht, auch ohne Fahrt. Bei Cannabis kommt die MPU seit 2024 erst bei Hinweisen auf regelmäßigen Konsum, fehlendes Trennvermögen, Mischkonsum oder Wiederholung.

Ab wie vielen Punkten kommt die MPU?

Bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen; die Neuerteilung setzt ein positives MPU-Gutachten voraus. Bis sieben Punkte gibt es Ermahnung, Verwarnung und das freiwillige Fahreignungsseminar.

Wer ordnet die MPU an?

Die Führerscheinstelle, nicht das Gericht. Sie schickt einen Bescheid mit der Fragestellung und einer Frist, in der du eine Begutachtungsstelle benennen musst. Das Gericht legt nur Strafe und Sperrfrist fest.

Wie lange kann eine alte Tat noch zur MPU führen?

So lange der Eintrag im Fahreignungsregister steht: fünf Jahre bei Straftaten ohne Entzug und Ordnungswidrigkeiten mit zwei Punkten, zehn Jahre bei Straftaten mit Entzug der Fahrerlaubnis. Innerhalb dieser Frist darf die Behörde die Tat auch für einen späteren Anlass verwerten.

Muss ich eine MPU-Vorbereitung machen?

Nein, Pflicht ist sie nicht. Verlangt wird nur das Gutachten bis zur Frist, oft mit Abstinenznachweisen. 2024 waren laut BASt aber rund 39 Prozent der Gutachten negativ.

Muss ich zur MPU, wenn ich zu schnell gefahren bin?

In aller Regel nicht, auch nicht bei einem hohen Verstoß. Die MPU kommt über 8 Punkte in Flensburg oder nach illegalen Rennen und aggressiver Fahrweise.

Muss ich zur MPU, wenn ich noch nie einen Führerschein hatte?

Das kann passieren. Wer zum Beispiel mit 1,6 Promille Fahrrad gefahren ist oder harte Drogen genommen hat, muss ein positives Gutachten bringen, bevor er zur Fahrprüfung darf.

Weiterlesen: Mit Alkohol erwischt: was jetzt?, MPU wegen Drogen, MPU wegen Punkten, MPU Ablauf

Rechtsgrundlagen und Quellen

Über deinen Einzelfall entscheiden Fahrerlaubnisbehörde und Begutachtungsstelle. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Stand der Quellenangaben: Oktober 2026. Verantwortlich: BenAmbros Media GmbH.

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Ben Ambros, Gründer von MPU-Wissen.de, eigene MPU 2015 bestanden. Inhalte fachlich an den Beurteilungskriterien zur Fahreignungsbegutachtung (5. Auflage 2026, herausgegeben von DGVP und DGVM) orientiert – erklärt aus Betroffenen-Perspektive. Meine Geschichte

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