MPU
Die MPU folgt einem System. Wer das versteht, liefert dem Gutachter keinen Grund mehr.
Sag mir in drei Minuten, wo du stehst. In sechs Stunden hast du meine Einschätzung im Postfach: was bei dir zuerst dran ist und wo dein Risiko liegt.
Ich bin Ben. 2015 saß ich selbst in der MPU. Seit über zehn Jahren entwickle ich diese Vorbereitung zusammen mit Betroffenen wie dir weiter – 16 Updates allein 2026.Wann ich dir nicht helfen kann
- Wenn sich bei dir nichts ändern soll: Dann ist der Termin zu früh, nicht die Vorbereitung zu schwach.
- Wenn du fertige Sätze auswendig lernen willst: Hört ein Gutachter in zwei Minuten.
Frage 1
Welche MPU steht bei dir an?
Alkohol Drogen oder Cannabis Punkte / Verstöße Medikamente Fahren ohne Führerschein Weiß ich nicht genau★ 4,7 · 137 Bewertungen
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So sieht es drinnen aus · Gutachter-Simulation
„Was ist heute anders als damals?“
Deine Antwort: „Ich habe daraus gelernt und würde so etwas nie wieder machen.“
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Was steht in der MPU-Anordnung? Die Fragestellung lesen wie der Gutachter
In jeder Anordnung steht ein Satz, den die meisten überlesen, weil er wie Amtsdeutsch klingt. Er beginnt mit „Es ist ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen zur Frage, ob …“ – und dann folgt der Satz, um den sich am Untersuchungstag alles dreht. Der Gutachter beantwortet genau diese Frage. Nicht, ob du ein guter Mensch bist. Nicht, ob du den Führerschein für den Job brauchst. Diese Frage.
Die vier Standard-Fragestellungen
Alkohol (§ 13 FeV): „Ist zu erwarten, dass Herr/Frau X auch zukünftig ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird, und/oder liegen als Folge eines unkontrollierten Alkoholkonsums Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Kraftfahrzeugs infrage stellen?“ Zwei Teile: Der erste zielt auf dein Trennungsvermögen (Trinken und Fahren), der zweite auf Abhängigkeit oder Missbrauch. Bei 1,6 Promille und mehr steht der zweite Teil praktisch immer drin – das ist der Grund, warum Abstinenznachweise erwartet werden.
Drogen (§ 14 FeV): „Ist zu erwarten, dass Herr/Frau X zukünftig Betäubungsmittel einnehmen wird und/oder liegt eine Abhängigkeit vor?“ Bei harten Drogen reicht ein einmaliger Konsum für die Anordnung – hier geht es fast immer um Abstinenz und ihre Nachweise.
Cannabis (§ 13a FeV, seit August 2024): eigene Fragestellung mit dem Fokus, ob du Konsum und Fahren trennen kannst und ob ein Missbrauch vorliegt. Die Beurteilungskriterien wurden 2026 in der 5. Auflage darauf angepasst; die Grenze verläuft anders als früher, und die Nachweisfrage ist nicht mehr automatisch „Abstinenz“.
Punkte und Verkehrsstraftaten (§ 11 FeV): „Ist zu erwarten, dass Herr/Frau X auch zukünftig erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen verstoßen wird?“ Keine Nachweise, dafür ein Gespräch über Einstellung, Muster und Veränderung – oft die unterschätzte MPU, weil man „nichts nachweisen“ muss und deshalb unvorbereitet hingeht.
Doppelfragestellungen: teurer, aber nicht doppelt schwer
Alkohol plus Punkte, Alkohol plus Drogen, Drogen plus Straftat: Dann stehen zwei Fragen in der Anordnung, die Gebühr der Stelle steigt (den höchsten Satz voll, weitere anteilig), und im Gespräch werden beide Themen behandelt. Die Vorbereitung ändert sich in einem Punkt: Deine Geschichte muss beide Fragen erklären, ohne dass sie sich widersprechen. Wer bei Alkohol „ich habe mein Leben umgestellt“ sagt und bei den Punkten „das war einfach Pech“, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Was die Fragestellung dir konkret sagt
- Welche Nachweise du brauchst. Steht „unkontrollierter Alkoholkonsum“ oder „Abhängigkeit“ in der Frage, will die Stelle Abstinenz- oder Trinkverhaltensnachweise sehen. Steht nur der erste Teil da (Trennungsvermögen), kann kontrolliertes Trinken mit Trinktagebuch reichen – abhängig vom Promillewert und deiner Vorgeschichte.
- Welche Rechtsgrundlage die Behörde nutzt. § 13 Nr. 2c (ab 1,6 Promille) ist eindeutig; § 13 Nr. 2a („Anhaltspunkte für Missbrauch“) unterhalb von 1,6 Promille braucht Zusatztatsachen – Wiederholung, Unfall, Ausfallerscheinungen. Fehlen die, ist die Anordnung angreifbar. Mehr dazu unter Anordnung anfechten.
- Was im Gespräch nicht gefragt wird. Der Gutachter darf nicht über die Fragestellung hinausgehen. Wer nach der Fahrt unter Alkohol gefragt wird und ungefragt von Cannabis vor fünf Jahren erzählt, hat sich gerade eine zweite Fragestellung eingehandelt – im nächsten Verfahren.
Was die Anordnung außerdem enthalten muss
Neben der Fragestellung: die Gründe der Behörde (welche Tatsachen die Eignungszweifel begründen), die Frist, den Hinweis, dass du die zu übersendenden Unterlagen einsehen kannst, und den Hinweis auf die freie Wahl der Begutachtungsstelle (§ 11 Absatz 6 FeV). Fehlt etwas davon, ist die Anordnung formell fehlerhaft. Das nützt dir nur, wenn du daraus etwas machst – ignorieren darfst du sie trotzdem nicht.
Und was du mit dem Satz jetzt tust
Schreib ihn ab. Wörtlich, mit beiden Teilen. Er ist die Überschrift über deiner gesamten Vorbereitung: Jede Session, jede Antwort im Gespräch, jeder Nachweis muss auf diesen Satz einzahlen. Wer 2015 neben mir im Wartezimmer saß und mit „Ich weiß gar nicht genau, was die von mir wollen“ reinging, kam mit einem negativen Gutachten raus. Die Frage steht auf Seite eins der Anordnung. Sie ist die einzige Prüfungsfrage, die man vorher kennt.
