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Psychologisch & juristisch getestet

MPU Fragen zur Vorbereitung auf eine Medizinisch-Psychologischen Untersuchung

Die medizinisch-psychologische Untersuchung besteht aus ingesamt vier Teilen, dem allgemeinen Fragebogen, dem Leistungstest, der medizinischen Untersuchung und dem psychologischen Gespr√§ch. Besonders der Fragenkatalog, um den sich dieser Artikel dreht, bedarf einer gr√ľndlichen inhaltlichen Vorbereitung. Er setzt sich √ľblicherweise aus allgemeinen, pers√∂nlichen und spezifischen Fragen zusammen. Erstere beziehen sich vor allem auf Ihre Pers√∂nlichkeit und Ihr fehlerhaftes Fahrverhalten, w√§hrend letztere sich mit den Themen ‚ÄěFahren unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss‚Äú befassen, je nachdem aus welchem Grund Ihnen Ihre Fahrerlaubnis entzogen wurde.

Allgemeine MPU-Fragen

Zu Beginn des Fragenkatalogs begegnen Ihnen haupts√§chlich allgemeine Fragen, die sich meist mit Ihnen als Person und Ihrem Fahrverhalten, das letztlich zum F√ľhrerscheinverlust f√ľhrte, besch√§ftigen. Beispielsweise k√∂nnten Sie gefragt werden, wie lange Sie bereits im Besitz Ihres F√ľhrerscheins sind. Hier wird eine genaue Antwort erwartet, denn der Pr√ľfer kann diese und √§hnliche Daten in ihren Akten nachlesen. Vorsicht ist jedoch bei Fangfragen geboten, bei denen die Antwort meist nicht √ľberpr√ľfbar bzw. eindeutig ist. Zum Beispiel, wenn Sie nach Ihren bereits gefahrenen Kilometern gefragt werden. In einem solchen Fall¬†erwartet der Gutachter¬†eine glaubw√ľrdige und rasche Antwort. Brauchen Sie in den Augen des Pr√ľfers zu lange, k√∂nnte er annehmen, dass Sie sich nicht ausreichend auf den MPU Test vorbereitet und somit den Ernst der Lage nicht erfasst haben. Es flie√üen also nicht nur die eigentlichen Antworten, sondern auch die Zeit, die Sie f√ľr diese ben√∂tigen, mit ins Endergebnis ein.

Persönliche Fragen

Mit der Beantwortung der pers√∂nlichen Fragen soll in Erfahrung gebracht werden, wie der Pr√ľfling sein Fehlverhalten im Stra√üenverkehr bewertet¬†und welche Schl√ľsse bzw. Konsequenzen er aus seinem Handeln zieht. Beispielsweise k√∂nnten Sie aufgefordert werden, sich selbst als Fahrer zu beschreiben. Hierbei gilt, wie f√ľr die Beantwortung der meisten Fragen, dass Sie ehrlich antworten und sich Ihre Fehler eingestehen sollten. Der Gutachter m√∂chte herausfinden, ob Sie Ihr Verhalten einsch√§tzen k√∂nnen und somit in der Lage sind, sich selbst und Ihre Fehler¬†zu reflektieren. Au√üerdem werden die Pr√ľflinge in diesem Teil des Fragebogens h√§ufig nach Ver√§nderungen gefragt, die Sie nach dem F√ľhrerscheinentzug vorgenommen haben, beispielsweise in der Frage:‚Äě Was ist heute anders gegen√ľber fr√ľher, was sind Ihre Vors√§tze?‚Äú Diese ist eine der wichtigsten Fragen, denn Sie zeigt dem Pr√ľfer, ob Sie sich wirklich mit ihrem Fehlverhalten auseinandergesetzt und Ihre Einstellung diesbez√ľglich ge√§ndert haben. Z√§hlen Sie die Ver√§nderungen¬†auf. Dies ist besonders dann relevant, wenn die eigenen Lebensumst√§nde die Ursache f√ľr das Fahrdelikt darstellen.

Spezifische Fragen

Der spezifische Frageteil richtet sich nach dem Vergehen, wegen dem Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen wurde. Wurden Sie alkoholisiert hinterm Steuer erwischt, werden Sie mit Fragen zum Thema ‚ÄěFahren unter Alkoholeinfluss‚Äú konfrontiert. H√§ufig werden Sie¬†dazu aufgefordert, Ihre Deliktvorgeschichte, also Ihre vorangegangene Lebenssituation, zu schildern. Da den Pr√ľfern Ihre Akte vorliegt, sollten Sie Ihre Vergehen keinesfalls als ‚Äěeinmaliges Vergehen‚Äú herunterspielen¬†oder gar Dinge auslassen. Antworten Sie pr√§zise und ehrlich.

Eine weitere h√§ufige Frage lautet:‚Äě Warum glauben Sie, hat die Beh√∂rde Misstrauen an Ihrer Eignung zum F√ľhren von Kraftfahrzeugen?‚Äú Beantworten Sie auch diese Frage wahrheitsgem√§√ü und geben Sie begangene¬†Fehler zu. Erw√§hnen Sie dar√ľberhinaus, dass Sie bereit sind, an sich zu arbeiten, z.B. durch die Teilnahme an psychologischen Programmen und Therapiema√ünahmen.

Wurden Sie unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss beim Autofahren erwischt, reicht es nicht aus, blo√ü die Fragen verantwortungsvoll und gewissenhaft auszuf√ľllen. Falls Sie zum Zeitpunkt des Tests nicht wirklich clean sind, wird sich dies sp√§testens bei der medizinischen Untersuchung zeigen. Einige Drogenr√ľckst√§nde k√∂nnen bekanntlich noch Monate sp√§ter nachgewiesen werden. Beantworten Sie Fragen nach den von Ihnen konsumierten Drogen und den jeweiligen Zeitr√§umen ehrlich, listen Sie aber auf keinen Fall s√§mtliche Drogen auf, die Sie in Ihrem Leben m√∂glicherweise konsumiert haben. In diesem Falle k√∂nnte der Gutachter Sie als r√ľckfallgef√§hrdeten ‚ÄěJunkie‚Äú einstufen.

Die wohl wichtigste Frage in diesem Teil ist, was Sie aktiv gegen Ihre¬†Drogenproblematik tun. Ihre Beantwortung zeigt dem Pr√ľfer, ob Sie das Problem erfasst haben und dar√ľberhinaus bereit sind, sich zu √§ndern. Erw√§hnen Sie die Therapiema√ünahmen und die MPU Vorbereitung, an denen Sie bestenfalls auch wirklich teilnehmen, und auch die Schwierigkeiten, vor die dieser neue Lebenswandel Sie stellt. Die Gutachter einer MPU erwarten keinen perfekten Menschen, sondern m√∂chten eine ver√§nderte Einstellung bei den Pr√ľflingen erkennen, um sicher zu sein,¬† dass es nie wieder zu einem solchen Fehlverhalten im √∂ffentlichen Stra√üenverkehr kommt.

Die Teilnahme an einer MPU ist keine willk√ľrliche Entscheidung der Beh√∂rden, sondern die Konsequenz einer gravierenden Auff√§lligkeit im Stra√üenverkehr, z.B. durch Alkohol- oder Drogenkonsum. Es geht nicht darum, einstudierte Antworten auf Papier zu bringen, denn diese werden von den Pr√ľfern relativ schnell erkannt, sondern stattdessen ehrlich zu reagieren. Zu einer gr√ľndlichen inhaltlichen Vorbereitung z√§hlt somit nicht nur das Studieren von potenziellen Frageb√∂gen im Internet, sondern auch eine grundlegende √Ąnderung der eigenen Einstellung, die letztlich zum Verlust der Fahrerlaubnis f√ľhrte.

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MPU-Fragebogen als Muster

Zu Beginn einer medizinisch-psychologischen Untersuchung muss ein umfangreicher Fragebogen ausgef√ľllt werden. Dieser besteht aus allgemeinen Fragen zum Fahr- und Konsumverhalten, sowie den Auff√§lligkeiten im Stra√üenverkehr, die letztendlich zur Anordnung der MPU f√ľhrten und spezifischen Fragen rund um die aktuellen Lebensumst√§nde und die Biografie des Teilnehmers. Die Beantwortung des Fragenkatalogs nimmt etwa 30 Minuten in Anspruch und kann mithilfe von Musterb√∂gen wie diesem gezielt vorbereitet werden.

MPU Fragen zum Gesundheitszustand und Konsumverhalten

1. Liegt eine körperliche Behinderung bei Ihnen vor, wenn ja, welche?
Seit wann liegt die Behinderung vor und in welchem Grad?

2. Befinden Sie sich in regelmäßiger ärztlicher Behandlung, wenn ja, weshalb?

3. Befinden Sie sich aktuell in ärztlicher Behandlung, wenn ja, seit wann?

4. Nehmen Sie Medikamente ein, wenn ja, welche?

5. Handelt es sich um eine regelm√§√üige oder vor√ľbergehende Medikamenteneinnahme?

6. Besteht bzw. bestand bei Ihnen eine der folgenden Erkrankungen/ Gesundheitsstörungen? Falls Sie mit ja antworten, bitte ggf. ergänzende Angaben eintragen.

*Häufige Erkältungen
*Vermehrte Kopfschmerzen
*Magen-Darm-Erkrankungen oder Beschwerden
*Lebererkrankungen (z.B. Entz√ľndungen, Gelbsucht, Blutgerinnungsst√∂rung)
*Erhöhter Blutdruck
*Herzschmerzen
*R√ľckenschmerzen
*Sonstige Erkrankungen bzw. Beschwerden (z.B. Diabetes)
*Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des Kopfes, der Arme und Beine
*Eingeschränktes Hörvermögen
*Eingeschränktes Sehvermögen (Benutzen Sie beim Lesen und/ oder Autofahren eine Sehhilfe?)
*Dauerhafte gesundheitliche Schädigungen durch Unfälle
Fragen zum Konsumverhalten

1. Haben Sie in den letzten sechs Monaten Schmerzmittel zu sich genommen, wenn ja, warum und welche?

2. Haben Sie in den letzten zwölf Monaten Schlaf-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel o.ä. zu sich genommen, wenn ja, welche?

3. Haben Sie jemals legale oder illegale Rauschmittel/ Drogen konsumiert, wenn ja, wann und welche?

4. Kommen Sie w√§hrend der Aus√ľbung Ihres Berufs aktiv mit Chemikalien/ gesundheitssch√§dlichen Stoffen in Kontakt, wenn ja, welchen?

Fragen zur Fahrerlaubnis

1. Wann haben Sie Ihre Fahrerlaubnis erworben? Welche Klasse?

2. Wurden vor Anordnung der medizinisch-psychologischen Untersuchung bereits Fahrverbote gegen Sie verh√§ngt? Wenn ja, f√ľr wie lange und aus welchen Gr√ľnden?

3. Wurde Ihnen vor Anordnung der medizinisch-psychologischen Untersuchung bereits schon einmal die Fahrerlaubnis entzogen? Wenn ja, wurde Ihnen Ihre Fahrerlaubnis wieder ausgehändigt?

4. Wieviele Kilometer sind Sie schätzungsweise in den letzten 12 Monaten gefahren?

5. Sind Sie bereits zuvor als Verkehrsteilnehmer auffällig geworden (z.B. durch Unfälle)?

6. Wenn ja, standen Sie bei diesen Unfällen unter Alkoholeinfluss?

7. Welche Strafen folgten auf die von Ihnen verursachten Unfälle?

8. Laufen aktuelle Strafverfahren gegen Sie?

9. Wurden Sie schonmal zu einer amtlich anerkannten medizinisch-psychologischen Untersuchung vorgeladen?

10. Wie w√ľrden Sie Ihr Fahrverhalten/ Ihren Fahrstil beschreiben?

Fragen zum Konsum von Alkohol (eine Einheit Glas Alkohol: 0,2 l Bier, 0,1 l Wein/ Sekt, 0,02 l Schnaps)

1. Wieviel Glas Alkohol tranken Sie vor der Fahrt, die letztendlich zu Ihrem F√ľhrerscheinverlust bzw. zu der heutigen MPU f√ľhrte?

2. Haben Sie w√§hrend des Fahrens die Folgen/ Auswirkungen Ihres Alkoholkonsums gesp√ľrt?

3. Wieviele Kilometer fuhren Sie, bis Sie sich der Folgen/ Auswirkungen Ihres Alkoholkonsums bewusst wurde?

4. Wie hoch war Ihr Promillegehalt?

5. Endete die Fahrt durch einen Unfall?

6. Haben Sie bereits zuvor unter Alkoholeinfluss aktiv am Stra√üenverkehr durch F√ľhrung eines Kraftfahrzeugs teilgenommen?

Fragen zum Konsum von weiteren Genussmitteln

1. Trinken Sie regelmäßig koffeinhaltigen Kaffee? Wenn ja, wie hoch ist Ihr Tagesdurchschnitt?

2. Rauchen Sie regelmäßig nikotinhaltige Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen? Wenn ja, wie hoch ist Ihr Tagesdurchschnitt?

Fragen zur aktuellen Lebenssituation

1. Welche berufliche T√§tigkeit √ľben Sie aus?

2. Wenn arbeitslos, seit wann?

3. Beschreiben Sie Ihre familiären Beziehungen (Familie, Ehe, Scheidung, Kinder)

4. Beschreiben Sie, wie Sie √ľblicherweise Ihre Wochentage und Wochenenden verbringen

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • K. K√ľhn
    28. Juni 2019 21:23

    Hallo Mr. MPU,
    ich habe aktuell 8 Punkte in Flensburg. Einer kommt noch f√ľr zu schnell fahren dazu. Insgesamt sind 4 Punkte f√ľr zu schnell fahren.
    Ich bin selbst√§ndig und auf meinen F√ľhrerschein angewiesen.
    Besteht der Möglichkeit einer Ausnahmeregelung ? Das sind doch besondere Umstände!

    Danke und viele Gr√ľ√üe
    K.K√ľhn

    • mpu_manager
      28. Juni 2019 21:27

      Hallo Herr K√ľhn,
      vielen Dank f√ľr dein Kommentar. Bei 8 Punkten in Flensburg ist der F√ľhrerschein in der Regel weg. Es sei denn die Beh√∂rde hat Sie vergessen vorab √ľber Ihren Punktstand zu informieren. Wenn Ihr Bussgeldbescheid f√ľr die neuen Verkehrsverst√∂√üe noch nicht rechtskr√§ftig ist, k√∂nnen Sie eventuell bei einem Widerspruch und einer anschlie√üenden Gerichtsverhandlung Ihre pers√∂nliche Situation darlegen, sodass in einem besonderem H√§rtefall Ihre Strafe und Fahrverbot angepasst wird. Wir betonen, dass dies keine Rechtsauskunft ist sondern lediglich unsere Meinung.

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