CDT-Wert: ab wann auffällig?
Kurz: Unter 1,7 Prozent unauffällig, ab 2,0 Prozent kritisch. Dazwischen liegt ein Graubereich, den jedes Labor etwas anders bewertet. Der Wert blickt zwei bis vier Wochen zurück und sinkt mit einer Halbwertszeit von etwa 14 bis 17 Tagen.
Wichtig für die Einordnung: CDT wird fast nur in der Fahreignungsdiagnostik bestimmt. Wenn er auf deinem Befund steht, hat ihn in aller Regel eine Behörde angefordert – nicht dein Hausarzt.
Was der CDT-Wert misst
CDT steht für Carbohydrate-Deficient Transferrin, auf Deutsch: kohlenhydratarmes Transferrin. Transferrin ist ein Eiweiß, das Eisen im Blut transportiert. Bei regelmäßigem, erhöhtem Alkoholkonsum verändert sich seine Zuckerstruktur – es fehlen Kohlenhydratketten. Genau diesen Anteil misst der Test, angegeben in Prozent des gesamten Transferrins.
Der entscheidende Unterschied zu anderen Werten: CDT reagiert nicht auf einen einzelnen Abend. Er steigt erst, wenn über etwa zwei Wochen täglich rund 60 Gramm Alkohol getrunken werden – das entspricht etwa 1,5 Litern Bier oder 0,7 Litern Wein pro Tag. Deshalb gilt er als Marker für Gewohnheit, nicht für einen Ausrutscher.
Die Grenzwerte im Überblick
| Wert | Einordnung | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| bis 1,7 % | unauffällig | kein Hinweis auf regelmäßigen erhöhten Konsum |
| 1,7 – 2,0 % | Graubereich | Kontrolle üblich, oft zusammen mit GGT und MCV bewertet |
| 2,0 – 2,5 % | auffällig | spricht für regelmäßigen Konsum über Wochen |
| über 2,5 % | deutlich auffällig | hoher, andauernder Konsum sehr wahrscheinlich |
Die Grenzen unterscheiden sich je nach Messverfahren geringfügig. Auf dem Befund steht immer der laboreigene Referenzbereich – der zählt.
Wie lange braucht CDT zum Sinken?
Die Halbwertszeit liegt bei 14 bis 17 Tagen. Ein Wert von 3,0 Prozent liegt nach etwa zwei Wochen bei ungefähr 2,4 Prozent, nach vier Wochen bei rund 2,0 Prozent. Bis zur vollständigen Normalisierung vergehen bei deutlich erhöhten Ausgangswerten sechs bis acht Wochen ohne Alkohol.
Das macht CDT für Behörden interessant: Er lässt sich nicht durch ein paar nüchterne Tage vor dem Termin beeinflussen. Wer drei Wochen vorher aufhört, hat den Wert noch im Befund stehen.
Wenn CDT ohne Alkohol erhöht ist
Das gibt es, aber es ist selten. Drei Ursachen kommen infrage:
- Schwere Lebererkrankungen wie eine fortgeschrittene Zirrhose oder eine chronische Hepatitis.
- Genetische Transferrin-Varianten – etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung tragen eine Variante, die den Messwert verfälscht. Gute Labore erkennen sie und weisen sie im Befund aus.
- Eisenmangel oder Eisenüberladung, weil Transferrin am Eisenstoffwechsel beteiligt ist.
Wenn du einen erhöhten Wert hast und sicher bist, dass er nicht vom Trinken kommt: Lass den Befund im Labor auf eine genetische Variante prüfen. Das ist eine gezielte Nachfrage, kein neuer Test.
CDT, GGT und MCV – warum drei Werte
Kein Wert steht für sich. Die drei ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Zeiträume und Mechanismen abbilden:
| Wert | Zeitfenster | Reagiert auf |
|---|---|---|
| CDT | 2 – 4 Wochen | regelmäßigen hohen Konsum |
| GGT | 2 – 6 Wochen | Leberbelastung, auch durch Medikamente |
| MCV | bis 3 Monate | langfristigen Konsum, aber unspezifisch |
Ein einzelner erhöhter Wert beweist wenig. Sind zwei oder drei gleichzeitig auffällig, wird das Bild eindeutig. Wie die drei zusammen bewertet werden.
Häufige Fragen
Ab welchem Wert ist CDT auffällig?
Unter 1,7 Prozent gilt als unauffällig, zwischen 1,7 und 2,0 Prozent liegt der Graubereich. Ab 2,0 Prozent spricht der Befund für regelmäßigen erhöhten Konsum über mehrere Wochen.
Wie lange dauert es, bis CDT sinkt?
Halbwertszeit 14 bis 17 Tage. Nach vier bis sechs Wochen ohne Alkohol ist der Wert meist wieder normal, bei sehr hohen Ausgangswerten dauert es acht Wochen.
Kann ein einzelner Rauschtrinkabend den Wert hochtreiben?
Nein. CDT steigt erst bei etwa zwei Wochen täglichem Konsum von rund 60 Gramm Alkohol. Ein einzelner Abend zeigt sich nicht.
Wer fordert einen CDT-Wert an?
Fast immer die Führerscheinstelle oder eine Begutachtungsstelle. In der normalen hausärztlichen Diagnostik wird CDT selten bestimmt.