1,7 Promille – was das für dich als Ersttäter wirklich bedeutet

Ein Wert von 1,7 Promille reißt vielen erstmal den Boden unter den Füßen weg. Gedanken kreisen um mögliche Strafen, den Führerschein und die Frage, wie ernst die Situation tatsächlich ist.

Hier bekommst du eine klare und realistische Einordnung, was bei 1,7 Promille beim ersten Alkoholverstoß auf dich zukommt – ohne Beschönigung, aber auch ohne Panikmache.


Kurzüberblick: Die Folgen bei 1,7 Promille

  • ✔ Straftat wegen absoluter Fahruntüchtigkeit
  • ✔ Geldstrafe (berechnet in Tagessätzen)
  • ✔ Entzug der Fahrerlaubnis (kein Fahrverbot)
  • ✔ Sperrfrist von mindestens 6 Monaten
  • ✔ 3 Punkte im Fahreignungsregister
  • ✔ MPU faktisch fast immer erforderlich

Egal, ob du vorher unauffällig warst: 1,7 Promille gelten rechtlich nicht mehr als Ausrutscher.


Warum 1,7 Promille kein Bagatellfall sind

Ab 1,1 Promille gilt man rechtlich als absolut fahruntüchtig. Ein Wert von 1,7 Promille liegt deutlich darüber und wird entsprechend streng bewertet.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht, ob etwas passiert ist, sondern dass bei diesem Promillewert ein erhebliches Risiko für den Straßenverkehr bestand.

Wichtig:
Dass kein Unfall passiert ist oder du kooperativ warst, ändert an der grundsätzlichen Bewertung dieses Alkoholwerts nur wenig.

Führerscheinentzug und Sperrfrist

Bei 1,7 Promille wird der Führerschein entzogen. Das ist kein zeitlich begrenztes Fahrverbot, sondern der Verlust der Fahrerlaubnis.

Zusätzlich wird eine Sperrfrist festgelegt. In dieser Zeit darf kein neuer Führerschein beantragt werden.

Typische Praxis:
Die Sperrfrist liegt häufig zwischen 6 und 12 Monaten, abhängig vom Einzelfall.

Erst nach Ablauf dieser Frist ist eine Neuerteilung möglich – und genau hier wird häufig eine MPU verlangt.


MPU bei 1,7 Promille – realistisch betrachtet

Kurz gesagt: Bei 1,7 Promille wird die MPU fast immer angeordnet.

Ab 1,6 Promille gehen Führerscheinstellen regelmäßig davon aus, dass ein problematischer Umgang mit Alkohol vorliegt.

Der Ersttäterstatus ändert an dieser Einschätzung in der Praxis wenig.

Warum die MPU angeordnet wird:
  • sehr hoher Promillewert
  • Zweifel an der Fahreignung
  • Risikobewertung durch die Behörde

Typische Denkfehler nach 1,7 Promille

Viele verlassen sich innerlich auf Aussagen wie:

  • „Das war das erste Mal.“
  • „Ich hatte keinen Unfall.“
  • „So etwas passiert mir nicht wieder.“

Diese Gedanken sind verständlich, reichen bei einem so hohen Promillewert aber selten aus. Erwartet wird eine glaubhafte Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Hinweis:
Viele scheitern nicht an fehlendem Wissen, sondern an zu oberflächlichen Erklärungen.

Was jetzt entscheidend ist

Nach einem Vorfall mit 1,7 Promille stehen im Kern zwei Wege offen:

  • Abwarten: und hoffen, dass alles von selbst klappt
  • Vorbereiten: die Situation realistisch einordnen

Wenn Unsicherheit bleibt oder du nicht weißt, wie dein Fall von außen bewertet wird, ist das ein wichtiges Signal, dich damit ernsthaft auseinanderzusetzen.


Häufige Fragen bei 1,7 Promille

Ist eine Bewährungsstrafe möglich?
Ja, insbesondere wenn keine Vorstrafen vorliegen und kein Unfall passiert ist.

Wie hoch ist die Geldstrafe?
Sie wird in Tagessätzen berechnet und richtet sich nach deinem Einkommen.

Wann kann ich den Führerschein neu beantragen?
Nach Ablauf der Sperrfrist – häufig nur mit positiver MPU.

Lässt sich die MPU vermeiden?
Bei 1,7 Promille ist das in der Praxis äußerst selten.