Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU, ist ein gesetzlich geregeltes Begutachtungsverfahren auf Grundlage von § 11 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Sie prüft, ob ein Mensch nach Entzug der Fahrerlaubnis wieder geeignet ist, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen — körperlich, psychisch und in seinem Verhalten.
Die Bewertungsgrundlage sind die Beurteilungskriterien zur Fahreignungsbegutachtung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), aktuell in der 4. Auflage (2022). Diese Kriterien sind verbindlich für alle anerkannten Begutachtungsstellen in Deutschland — sie definieren, welche Aussagen, Verhaltensweisen und Nachweise als ausreichend gelten.
Wichtig zu verstehen
Die MPU ist keine Prüfung im klassischen Sinne. Es gibt keine Wissensfragen mit richtigen oder falschen Antworten. Stattdessen bewertet der Gutachter, ob deine Veränderung glaubwürdig, kohärent und prognostisch tragfähig ist. Das ist der Grund, warum Auswendiglernen nicht funktioniert — und warum strukturierte Vorbereitung so wichtig ist.
Die MPU besteht aus drei Komponenten: einem medizinischen Teil (körperlicher Status, Laborwerte), einem Leistungstest (Reaktion, Konzentration, Belastbarkeit am Computer) und dem psychologischen Gespräch mit einem Verkehrspsychologen — meist 60 bis 90 Minuten. Das Gespräch ist der entscheidende Teil; hier wird beurteilt, ob die Voraussetzungen für eine positive Prognose vorliegen.