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MPU Wissen
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Ersttäter Trunkenheitsfahrt: Was dir wirklich droht – und warum viele sich falsch einschätzen

Wer zum ersten Mal alkoholisiert am Steuer erwischt wird, erlebt meist einen inneren Konflikt: Einerseits die Angst vor Führerscheinverlust, Strafe oder MPU – andererseits die Hoffnung, dass es als Ersttäter „nicht so schlimm“ wird.

Genau dieser Spagat führt viele zu falschen Entscheidungen. Nicht aus Leichtsinn, sondern weil die Situation unterschätzt wird.

Dieser Artikel zeigt dir nüchtern und verständlich, was dir als Ersttäter wirklich droht, wann eine MPU wahrscheinlich wird und warum Ersttäter besonders häufig an falschen Annahmen scheitern.


Was gilt rechtlich als Trunkenheitsfahrt?

Juristisch wird klar unterschieden – unabhängig davon, ob es dein erster Verstoß ist:

  • 0,5–1,09 Promille: Ordnungswidrigkeit ohne Ausfallerscheinungen
  • ab 1,1 Promille: Straftat (absolute Fahruntüchtigkeit)
  • ab 0,3 Promille: Straftat bei alkoholbedingten Fahrfehlern oder Unfall

Im Alltag wird häufig pauschal von „Trunkenheitsfahrt“ gesprochen. Für Behörden und Gutachter ist jedoch entscheidend, welcher Promillewert, welche Umstände und welche Aktenlage vorliegen.


Welche Konsequenzen drohen Ersttätern konkret?

0,5–1,09 Promille (Ordnungswidrigkeit)

  • 500 € Bußgeld
  • 1 Monat Fahrverbot
  • 2 Punkte in Flensburg

Beim ersten Verstoß wird in diesem Bereich meist keine MPU angeordnet. Viele Ersttäter schließen daraus fälschlich, dass ihr Fall grundsätzlich „harmlos“ sei.

Ab 1,1 Promille (Straftat)

  • Geldstrafe in Tagessätzen
  • mindestens 6 Monate Führerscheinentzug
  • 3 Punkte

Ab diesem Punkt wird die Angelegenheit auch für Ersttäter ernst. Nicht nur wegen der Strafe, sondern wegen der späteren Bewertung durch die Führerscheinstelle.

Relative Fahruntüchtigkeit (ab 0,3 Promille)

Wer bereits bei niedrigen Werten Ausfallerscheinungen zeigt oder einen Unfall verursacht, kann ebenfalls strafrechtlich belangt werden. Auch solche Fälle landen häufig in der MPU-Bewertung.


Gericht, Führerscheinstelle und MPU – was viele verwechseln

Ein häufiger Irrtum: Viele glauben, das Gericht entscheide über alles.

Tatsächlich gilt:

  • Gericht: entscheidet über Strafe und Führerscheinentzug
  • Führerscheinstelle: prüft deine Fahreignung
  • MPU: bewertet, ob von dir künftig ein Risiko ausgeht

Selbst wenn das Strafverfahren mild ausfällt, kann die Führerscheinstelle später dennoch eine MPU verlangen.


Wann wird als Ersttäter eine MPU angeordnet?

Eine MPU ist automatisch vorgesehen ab 1,6 Promille.

Zwischen 1,1 und 1,59 Promille entscheidet die Führerscheinstelle nach Aktenlage. Dabei spielen unter anderem eine Rolle:

  • Unfall oder Gefährdung anderer
  • Hinweise auf problematischen Alkoholkonsum
  • Widersprüche in Aussagen oder Verhalten

Auch Ersttäter werden in diesem Bereich häufig zur MPU verpflichtet – oft überraschend, weil sie nur auf den Promillewert geschaut haben.


Warum Ersttäter besonders häufig an der MPU scheitern

In der Praxis scheitern Ersttäter selten an fehlendem Wissen, sondern an falscher Selbstwahrnehmung.

Typische Aussagen, die Gutachter skeptisch machen:

  • „Ich trinke sonst nie.“
  • „Das war nur ein Ausrutscher.“
  • „Ich habe daraus gelernt, mehr gibt es nicht zu sagen.“

Diese Aussagen wirken oft zu oberflächlich, weil sie keine nachvollziehbare Auseinandersetzung zeigen.

Viele Ersttäter denken genau so – das ist menschlich. Problematisch wird es erst, wenn diese Denkweise unvorbereitet im MPU-Gespräch auftaucht.


Was bedeutet das jetzt konkret für dich?

Ab diesem Punkt hast du im Grunde zwei Möglichkeiten:

  • Abwarten: hoffen, dass keine MPU kommt oder dass es schon reicht
  • Gezielt vorbereiten: deine Situation realistisch einordnen und strukturieren

Wenn du beim Lesen dieses Artikels merkst, dass du unsicher bist, wie dein Fall von außen bewertet wird, ist genau das ein Hinweis, dass strukturierte Vorbereitung sinnvoll ist.

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Fazit: Ersttäter sein schützt nicht vor Fehlentscheidungen

Eine Trunkenheitsfahrt als Ersttäter ist kein Weltuntergang – aber auch kein Selbstläufer.

Je höher der Promillewert, je unklarer die eigene Einordnung und je größer die Unsicherheit, desto riskanter ist es, auf Glück statt Vorbereitung zu setzen.

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