Reaktionstest

reaktionstestSchritt 2: Der Reaktionstest

Der zweite Teil im MPU Ablauf, neben Fragebögen, ärztlicher Untersuchung und psychologischem Gespräch ist der MPU Reaktionstest. Er findet an einem speziell konstruierten Computer statt. Meist wird er zu Beginn der Begutachtung durchgeführt. Er verlangt volle Konzentration. Reaktionstests dürfen nicht nur medizinisch-psychologische Institute durchführen, auch andere Träger. Er ist nicht ausschließlich Teil der „klassischen“ MPU, sondern auch beispielsweise nötig für den Erwerb eines Taxi- oder LKW-Führerscheins (hier erst ab einem höheren Alter). Neben der Reaktionsfähigkeit des Probanden wird z.B. auch das Verhalten unter monotonen Bedingungen getestet. Wahrnehmung und Konzentration können in den Testverfahren abgebildet werden.

Man setzt sich mit Kopfhörern an einen Computer. Nun wird beispielsweise immer bei einem gelben Licht das rechte Pedal bedient. Gleichzeitig drückt man bei einem tiefen Ton links immer eine Taste. In dieser Art sind die meisten Tests aufgebaut. Sie sind allesamt machbar. Die Anforderungen, um den MPU Reaktionstest zu bestehen sind nicht überhöht. Es geht um Durchschnittswerte und extrem unterdurchschnittliche Ergebnisse. Liegen keine Alkohol-, Drogen- oder schlicht im Zuge des Alterungsprozesses physiologischen Beeinträchtigungen vor, ist der MPU Reaktionstest in der Regel keine Hürde auf dem Weg zur positiven MPU.

Ablauf Reaktionstest

Ein Testassistent oder der Verkehrspsychologe selbst erklärt Ihnen den Geräte- und Versuchsaufbau. Vor jeder Testphase gibt es erst eine ausführliche Übungsphase. In dieser wird geklärt, ob das Prinzip des Testes klar und ausreichend verstanden ist. Wenn Sie in der Übungsphase etwas nicht verstehen, ist es unbedingt anzuraten, gleich bei der Testassistenz nachzufragen, dafür ist die Übungsphase da. Steckt man erst mal in der Testphase macht es keinen Sinn mehr, mit Unverständnis zu argumentieren.

Werden schlechte, was bedeutet statistisch klar unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, wird in aller Regel ein Ersatztest durchgeführt. Dieser hat das gleiche Ziel (z.B. Reaktion unter monotonen Bedingungen). Er hat aber einen anderen Aufbau. Hier kann geklärt werden, ob es vielleicht doch an einem Detail des Testes lag, der nicht verstanden wurde.

Manchmal ist die Nervosität der größte Feind bei einem Test. So kann es auch mal sein, dass der Reaktionstest MPU aus diesem Grund unter dem Durchschnitt liegt. Doch auch das ist noch nicht das sichere Aus. Wesentlich ist hier das Abschneiden in den restlichen Teilen der MPU. Sind das psychologische Gespräch und die ärztliche Untersuchung positiv verlaufen, gibt es immer noch eine weitere Möglichkeit:

Die Fahrverhaltensbeobachtung

Zeigt der Reaktionstest schlechte oder uneinheitliche Ergebnisse, kann eine Fahrverhaltensbeobachtung Aufschluss geben. Auf einer Standardstrecke (wichtig für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse) fährt der Proband unter der Aufsicht eines Fahrlehrers und eines speziell dafür geschulten Verkehrspsychologen. Die Fahrschule für die Fahrverhaltensbeobachtung können Sie selbst wählen. Es empfiehlt sich natürlich, eine Fahrschule zu wählen, die im Umkreis der Begutachtungsstelle angesiedelt ist. Kennen Sie dort keine Fahrschule, kann die Begutachtungsstelle Ihnen dabei helfen. Manchmal liegt die letzte Fahrstunde ja schon einige Jahrzehnte zurück. Die Kriterien aus den Reaktionstests werden auf der Straße im wirklichen Verkehr getestet. Es geht dabei unter anderem um Abstands- und Spurverhalten. Alles wird gründlich auf einem Protokollbogen dokumentiert. Zeitlich muss für die Fahrverhaltensbegutachten im Rahmen der MPU ca. 1 Stunde eingerechnet werden.

Sie möchten den Reaktionstest schon vor der MPU üben? Der TÜV SÜD stellt z.B. einen kleinen Teil des Reaktionstests, den sogenannte Fahrspursimulator kostenlos online zur Verfügung. Bei diesem Test, der eine Minute dauert, müssen sie in vier Schwierigkeitsstufen ein Auto mit dem Mauszeiger entlang einer Straße fahren und so wenig wie möglich an den Fahrbahnrand oder darüber hinaus „lenken“. Bei 30 Minuspunkten gelten sie als „durchgefallen“. Probieren Sie den Test hier doch einmal aus! Alle weiteren Teile des Reaktionstests können Sie mit einer MPU Software zu Haus ganz einfach üben.