Ärztliche Untersuchung

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Schritt 3: Die Ärztliche Untersuchung

Die ärztliche Untersuchung unterscheidet sich je nach Untersuchungsanlass. Länge und Ausführlichkeit sind sehr unterschiedlich. Sie ist aber Bestandteil jeder MPU. Damit ist die körperliche Gesundheit immer die Voraussetzung eines positiven Gutachtens. Bestehen Einschränkungen im körperlichen Bereich findet eine Abklärung statt. Gemeinsam ist jeder ärztlichen Untersuchung bei der MPU eine Anamnese durch den Verkehrsmediziner. Der Arzt hat eine spezielle Zusatzausbildung. Es wird die komplette medizinische Vorgeschichte aufgenommen. Sie werden zu bestehenden Erkrankungen, Rauschmittelkonsum und eingenommenen Medikamenten befragt. Machen Sie sich am besten schon vorher Notizen zu Ihren Medikamenten. In der Aufregung fällt einem der ein oder andere pharmazeutische Name schnell mal nicht ein. Sollten Sie tatsächlich einen Aussetzer bezüglich des Medikamentennamens haben, geben Sie dem Arzt Bescheid und schicken Sie diesen einfach am nächsten Tag nach. Natürlich können Sie auch einfach anrufen und es telefonisch durchgeben.

Bei der MPU wegen Alkohol wird die MPU Ärztliche Untersuchung den Schwerpunkt auf die Prüfung organischer Veränderungen durch jahrelangen ausgiebigen Alkohol-Konsum legen. Bei Drogen fällt die Überprüfung dementsprechend auf organischer Veränderungen durch unterschiedlichste Bestäubungsmittel aus.

Auch bei einer MPU aus verkehrsrechtlichen Gründen fragt der Arzt nach Alkohol- und Drogenkonsum. In der Regel muss man weder Blut- noch Urinproben abgeben. Bei begründetem Verdacht auf Missbrauch darf der Arzt aber auch bei „konsumfremden“ Anlässen eine Untersuchung veranlassen. Häufig kommt dies bei Beantragung einer Berechtigung zum Personentransport (meist Taxischein) vor. Überlegen Sie sich vorher also ganz genau, welche Angaben Sie machen müssen und möchten und welche nicht.

Sollten bei Ihnen Vorerkrankungen jedweder Art vorliegen, bringen Sie am besten direkt zum Termin Atteste Ihres Hausarztes mit. Dies spart Ihnen wertvolle Zeit.

Leberwerte

Es macht im Vorfeld der MPU immer Sinn, beim Hausarzt ein Blutbild machen zu lassen. Die Leberwerte (Gamma-GT, GPT und GOT sind darin automatisch enthalten). Nicht jede Erhöhung der Leberwerte schließt automatisch auf Alkoholmissbrauch. Sind die Leberwerte im Vorfeld erhöht, empfiehlt es sich, den Grund dafür gründlich abzuklären. Bleibt die Untersuchung ohne Ergebnis, ist eine monatliche Überprüfung der Leberwerte (inklusive dem CDT-Wert) anzuraten, um die Veränderung der Werte zu dokumentieren.

Grundsätzlich bleibt jedem selbst überlassen, wie viel er bei der ärztlichen Untersuchung angeben möchte. Bleibt zu bedenken: Jede Lüge erzeugt leicht Widersprüche und die Verkehrsärzte sind durch ihre jahrelange Erfahrung sensibilisiert.

Abstinenznachweis

Ein Abstinenznachweis ist sowohl bei Drogen also auch aufgrund von Alkoholdelikten in manchen Fällen für die Ärztliche Untersuchung bei der MPU unerlässlich. Klären Sie das auf jeden Fall im Vorfeld ab. Gerade im Bereich der Begutachtung wegen Alkoholauffälligkeit hat sich seit letztem Jahr einiges geändert. Die Vorlage von Leberwerten reicht nicht in jedem Fall.

Bei der Ärztlichen Untersuchung wegen Drogen wird immer ein Drogenscreening direkt am Untersuchungstag durchgeführt. Dies erfolgt unter Sichtkontrolle durch den Arzt. Wichtig für die Auswertung der Befunde ist es, dass Sie direkt am Untersuchungstag und am Abend davor keine übermäßigen Mengen Wasser o.ä. trinken. Das Drogenscreening beinhaltet einen Vergleichswert, den Kreatinin. Er gibt Aufschluss darüber, ob der Urin ausreichend konzentriert ist, um ausgewertet zu werden. Wer kann, sollte speziell auf (zumindest große Mengen) Kaffee und Wasser am Untersuchungstag vor der Ärztlichen MPU Untersuchung verzichten.

Die Augenärztliche Untersuchung wird nur dann bei der MPU durchgeführt, wenn kein aktuelles Attest von Ihrem Augenarzt vorliegt. Der Sehtest kann also schon vorher beigebracht werden.