MPU Vorbereitung online

Psychologisch & juristisch getestet

Kontrolliertes Trinken oder
vollständige Abstinenz ?

So überstehst du die MPU

Oft geht es schneller, als man denkt. Einmal unvorsichtig gewesen und schon ist der Führerschein auf unbestimmte Zeit entzogen. Nicht selten wird bei schweren Verkehrsdelikten wie Drogen oder Alkohol im Straßenverkehr eine medizinisch psychologische Untersuchung angeordnet, bevor der Führerschein wieder beantragt werden kann. Doch bedeutet das, dass du vollständig auf Alkohol verzichten musst? Wir klären dich über ein paar wichtige Fakten auf.

Was ist kontrolliertes trinken ?

Was vollständige Abstinenz bedeutet, wenn du eine MPU absolvieren musst, sollte eigentlich klar sein. Doch wie sieht es mit kontrolliertem Trinken aus? Welche Vorgaben müssen erfüllt sein oder reicht es aus, wenn ich einfach in nächster Zeit weniger trinke?

Leider nein. Kontrollierter Konsum von Alkohol bedeutet nicht, dass du zum Beispiel am Wochenende tief ins Glas schauen darfst und dir ein Taxi nach Hause nimmst. Generell solltest du dich darauf einstellen, dass ein Vollrausch für die nächste Zeit tabu ist. Es gibt bestimmte Vorgaben, die auch bei kontrolliertem Trinken eingehalten werden müssen. Denn je mehr Alkohol du zu dir nimmst, umso höher ist die Gefahr, dass die Auflagen, die man dir aufgelegt hat, einfach ignoriert werden. Kontrolliertes Trinken bedeutet auch nicht ansatzweise, sich zu „betrinken“. Man spricht von ungefähr 24 g Alkohol für Männer und die Hälfte davon für Frauen, was für den Mann kaum mehr als einen halben Liter Bier bedeutet.

Hier gibt es allerdings auch Ausnahmen, bei denen der Alkoholkonsum bis auf 60 g für das männliche Geschlecht und 40 g für das weibliche Geschlecht hochgeschraubt werden. Allerdings gilt das hier nur bei ganz besonderen Anlässen wie etwa einer Hochzeit.

Kontrolliertes Trinken bedeutet zudem, sich nicht einfach spontan bei einem Freund zu einem oder mehreren Bier überreden zu lassen, sondern der Konsum sollte vorher geplant und gut überlegt sein. Zudem sollte schon vorher feststehen, wie viel Alkohol an diesem Tag erlaubt ist.

Das kontrollierte Trinken ist auch nicht jedes Wochenende möglich, sondern die Abstände sollte groß genug sein, dass der Konsum nicht wieder zur Gewohnheit wird. Hier spricht man von circa drei Wochen bis einem Monat Abstand zwischen dem Konsum.

Du siehst also, dass kontrolliertes Trinken nicht bedeutet, dass du eben täglich nur noch ein bis zwei statt 3-4 Feierabend-Bier trinkst. Kontrolliertes Trinken von Alkohol bedeutet eben so einen längerfristigen Verzicht und vor allem auch viel Selbstbeherrschung. Nicht immer fällt es leicht, nach der erlaubten Flasche Bier nicht noch eine weitere zu öffnen, wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist. Daher solltest du dir vorher überlegen, ob es nicht vielleicht sogar besser ist, vollständig abstinent zu bleiben und damit auf der sicheren Seite zu sein. Du solltest immer in Erinnerung behalten, dass du unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr aktiv warst und damit ein Risiko darstellst. Leider haben die Behörden oft genug die Erfahrung gemacht, dass Personen, die einmal die Hemmschwelle überwunden haben und unter Alkoholeinfluss Auto gefahren sind, gerne rückfällig werden. Die MPU ist zuständig dafür, dass das nicht wieder vorkommt und um herauszufinden, ob du deine Lektion gelernt hast oder die Gefahr besteht, dass du dieses Verhalten noch einmal wiederholst.

Generell muss der Gutachter im Zuge der MPU überzeugt davon sein, dass du nicht wieder rückfällig wirst. Dabei zählt wie gesagt der Gesamteindruck und letztendlich ist es dem Gutachter überlassen, wie viel Alkohol im Zuge des kontrollierten Trinkens dir zugestanden wird. Aus diesem Grund solltest du dich nicht auf angegebene Richtwerte verlassen, da wie gesagt von Person zu Person unterschiedlich entschieden wird.

Kontrolliertes Trinken von Alkohol

Die Frage, ob man vollständig abstinent sein muss, bevor man den Führerschein wiedererlangt, kann nicht einfach pauschal beantwortet werden. Hier spielen viele Bedingungen eine wichtige Rolle und es ist individuell von Person zu Person verschieden, was gefordert ist, um die auferlegte MPU zu bestehen.

Folgende Faktoren spielen eine wichtige Rolle:

  • Verkehrsdelikt beziehungsweise der gemessene Promille Wert
  • Zu welcher Zeit wurde das Verkehrsdelikt festgestellt?
  • War es ein einmaliges Vergehen?
  • Dein Alter

Es gibt durch aus die Möglichkeit, dass kontrollierte Trinken unter Beweis zu stellen, dass man den Führerschein wiedererlangen sollte.  Dazu gibt es eine bestimmte Toleranzgrenze, durch die man die MPU auch mit wenig Genuss von Alkohol bestehen kann. Hier müssen jedoch sehr gute Bedingungen gegeben sein, die nicht immer erreicht werden.

Zunächst spielt der gemessene Promillewert während der Verkehrskontrolle eine sehr wichtige Rolle. Wer über zwei Promille hatte, hat vermutlich auch wenig gute Aussichten darauf, ohne einen vollständigen Verzicht den Führerschein wiederzuerlangen. Dabei zählt der Wert der Blutprobe.

Ebenso wichtig ist die Zeit, in der die Verkehrskontrolle stattgefunden hat. Diese soll Hinweise darauf geben, wie dein Trinkverhalten ist. So kann zum Beispiel der Genuss von Alkohol auf dem Weg zur oder von der Arbeit darauf hinweisen, dass regelmäßig Alkohol konsumiert wird, auch im Alltag. Auch Alkohol an Wochentagen, insbesondere frühs oder mittags, ist für die Behörden ein Alarmzeichen, das auf regelmäßigen Alkoholkonsum hinweist. Anders dagegen ist es, wenn du wirklich nur am Wochenende einen Ausrutscher hattest und bei einer Party zu viel getrunken hast. Ebenso spielt es eine Rolle, welches Alter du hast. Je älter du bist, umso weniger wird dir zugetraut, dass du dein Leben komplett umgekrempelst. Das hat den Hintergrund, dass eine Person über 40 das Leben meist schon durchgeplant hat und eine gewisse Routine lebt, während sehr junge Menschen, die gerade erst den Führerschein gemacht haben, oftmals noch viele Veränderungen im Leben vor sich haben, sei es durch den Beruf oder die Familiengründung. Einer jüngeren Person wird die Veränderung der Trinkgewohnheiten eher zugetraut als einer älteren Person, bei der sich vielleicht schon einige Trinkrituale eingeschlichen haben.

Zu guter Letzt solltest du natürlich nicht schon mehrmals durch Alkohol am Steuer aufgefallen sein. Wer als Wiederholungstäter gilt, sollte sich darauf vorbereiten, dass vollständiger Verzicht auf Alkohol notwendig ist, um die MPU zu bestehen.

Anhand dieser Bedingungen kannst du dir in etwa die Chancen ausrechnen, ob du eventuell die Möglichkeit hast, durch kontrolliertes Trinkenvon Alkohol die MPU zu bestehen oder ob es notwendig ist, dass du für lange Zeit vollständig abstinent bleibst. Zudem kann man nicht pauschal sagen, dass diese Entscheidung auf jeden zutrifft. Schlussendlich geht es um die Gesamteinschätzung einer Person und darum, ob dir ein kontrolliertes Trinken bzw. ein angemessenes Verhalten zugetraut wird.

Alkohol wirkt sich auf die Leber aus – Wichtig kontrolliertes Trinken

Regelmäßiger Alkoholkonsum sorgt für negative Schäden an der Leber. Dadurch lässt sich ableiten, dass anhand der Leberwerte auch nachgewiesen werden kann, ob eine Person viel und regelmäßig Alkohol trinkt. Sind die Leberwerte schlecht, kann man von sehr starkem Alkoholkonsum sprechen. Andersherum ist es ein gutes Zeichen, wenn die Leberwerte in Ordnung sind. Gute Leberwerte sind zwar kein sicheres Zeichen dafür, dass Alkohol in Maßen zu sich genommen wird, allerdings begünstigen sie die medizinische Einschätzung. Andersherum bedeuten schlechte Leberwerte nicht zwangsläufig, dass Alkohol daran schuld ist. Es gibt auch Medikamente, die die Leberwerte verschlechtern können, ebenso wie bestimmte Erkrankungen, die sich auf die Leber auswirken. Sollten die Leberwerte im Zuge der MPU überprüft werden und schlecht ausfallen, ist es wichtig, den Grund dafür zu kennen.

Die Leberwerte können jedoch nicht als Abstinenznachweis verwendet werden, da das Ergebnis zu unsicher ist. Es gibt häufig auch Fälle, in denen viel und regelmäßig Alkohol konsumiert wird, ohne dass die Leber Schaden davongetragen hat. Daher werden mittlerweile sicherere Methoden zum Nachweis des Alkoholkonsums verwendet. Wer Alkohol trinkt, der muss damit rechnen, dass sich Abbauprodukte des Alkohols sowohl im Urin als auch in den Haaren wiederfinden. Hierbei gibt es jedoch große Unterschiede, insbesondere in der Länge der Nachweisbarkeit.

Das sagen die Leberwerte aus

Die Leberwerte spielen insbesondere dann eine Rolle, wenn man den kontrollierten Alkoholkonsum der vollständigen Abstinenz vorzieht und sicher ist, dass auch die MPU–Stelle das kontrollierte Trinken anerkennt. Unterstützend dazu sollten die Leberwerte regelmäßig kontrolliert und vorgelegt werden. Spätestens alle zwei Monate sollte dieser Nachweis erfolgen. Die Leberwerte kann man ganz einfach beim Arzt bestimmen lassen. Mal abgesehen davon, dass es deinen guten Willen zeigt, wenn du dich vorab schon um die ärztliche Untersuchung kümmerst, ist es vielleicht auch ganz interessant für dich zu wissen, wie deine Leberwerte aussehen. Es macht einen guten Eindruck, wenn man bereitwillig seine Leberwerte vorlegt, auch wenn dies keine Garantie dafür ist, dass man die MPU schließlich besteht. Dir wird aber niemand einen Strick draus drehen, wenn du keine Leberwerte kontrollieren lässt.

Kontrolliertes Trinken und die Nachweisbarkeit

Mittlerweile kann man auch für kontrollierten Alkoholkonsum einen Nachweis erbringen. Während früher nur der Gutachter überzeugt werden musste, dass du kein Alkoholproblem hast und gut und gerne auch auf den Konsum von Alkohol verzichten kannst, gibt es seit 2014 auch die Möglichkeit, deine Überzeugungskraft durch den Nachweis der Haaranalyse zu unterstützen. Durch die Haaranalyse lässt sich nachvollziehen, wie viel und wie oft Alkohol in den letzten Monaten getrunken wurde. Es ist keine Pflicht, die Haaranalyse durchzuführen, um den kontrollierten Alkoholkonsum zu belegen. Allerdings kann das deine Glaubwürdigkeit sehr verbessern, denn mittels der Analyse kann der Alkoholkonsum der letzten Monate nachvollzogen werden. Andersherum kann eine Ablehnung der Haaranalyse, was durchaus legitim ist, dazu führen, dass deine Glaubwürdigkeit sinkt.

Gibt es Promillegrenzen für kontrolliertes Trinken bzw. Alkoholkonsum?

Zunächst muss man sagen, dass es allein im Ermessen des Gutachters liegt, ob ein kontrollierter Konsum von Alkohol anerkannt oder vollständige Abstinenz gefordert wird. Es gibt keine klaren Grenzen für einen Promillewert, der kontrolliertes Trinken verbietet. Allerdings spricht man davon, dass es ab 2,0 Promille bei der Verkehrskontrolle schwierig sein wird, um die vollständige Abstinenz herum zu kommen. Fakt ist, dass ab 3,0 Promille von einer Abhängigkeit gesprochen wird und es üblicherweise eine Abstinenz von zwölf Monaten nach sich zieht.

Du solltest dir also darüber im Klaren sein, dass du keinen Anspruch darauf hast, auf die vollständige Abstinenz zu verzichten und die MPU mit kontrolliertem Alkoholkonsum zu bestehen. Je niedriger der Promillewert war, den man bei dir festgestellt hat, als du ein Fahrzeug geführt hast, umso größer ist deine Chance, die MPU mit kontrolliertem Alkoholkonsum durchzuführen. Auch hier muss wieder erwähnt werden, dass weitere Faktoren bei deiner Beurteilung eine wichtige Rolle spielen, wie etwa dein Alter oder die Tageszeit, an der dein Alkoholkonsum am Steuer festgestellt wurde. Zudem sollte es bei einer Wiederholungstat schwer werden, mit dem kontrollierten Trinken bei der MPU durchzukommen.

Wenn du also nur einen niedrigen Promillewert bei der Verkehrskontrolle hattest, noch unter 40 Jahren bist und es sich um einen Ausrutscher am Wochenende handelt, der einmalig war, hast du also noch gute Chancen, die MPU mittels kontrolliertem Trinken durchzuführen. Solltest du eines dieser Kriterien nicht erfüllen, ist es besser, eine vollständige Abstinenz nachweisen zu können.

Ist deine Prognose positiv, ist es durchaus möglich, mit kontrolliertem Alkoholkonsum die MPU zu bestehen und den Gutachter zu überzeugen.

Was, wenn kontrolliertes Trinken abgelehnt wird?

Wie schon erwähnt, kann es durchaus passieren, dass man von dir eine vollständige Abstinenz für einen bestimmten Zeitraum verlangt, bevor du ein positives Gutachten bei der MPU erhältst. Vollständig Abstinenz bedeutet natürlich, dass du in dieser Zeit keinen Tropfen Alkohol anrührst. Üblicherweise reicht ein Abstinenznachweis von einem halben Jahr, wenn du dich freiwillig für die vollständige Abstinenz entschieden hast und diese nicht angeordnet wurde. Bei einer auferlegten vollständigen Abstinenz und der Ablehnung von kontrolliertem Alkoholkonsum musst du jedoch damit rechnen, dass sogar ein ganzes Jahr lang Abstinenz von dir verlangt wird.

Frist nicht verstreichen lassen

Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung ein Abstinenznachweis gefordert wird, wenn dein Führerschein wegen Drogen oder Alkohol im Straßenverkehr entzogen wurde. Oftmals machen viele den Fehler, sich zunächst nicht weiter um die neue Erteilung der Fahrerlaubnis zu kümmern, da sie einer Sperrfrist unterliegen.

Umso größer ist dann oftmals der Schock, wenn kurz vor Ende der Sperrfrist die MPU in Angriff genommen wird und die zuständige Behörde einen Abstinenznachweis verlangt. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass es mitunter notwendig ist, bis zu einem Jahr Abstinenz zu belegen. Wer die Zeit untätig hat verstreichen lassen, muss ich also auf noch längere Wartezeiten einstellen.

Bei der MPU ist es notwendig, den Eindruck zu vermitteln, nicht auf den Konsum von Alkohol angewiesen zu sein. Das lässt sich natürlich am besten bewerkstelligen, wenn man belegen kann, dass man schon einige Monate trocken ist. Wenn du also nicht noch ein weiteres Jahr ins Land gehen lassen willst, bist du deinen Führerschein wieder bekommst, solltest du dich früh genug darum kümmern, dass keinerlei Alkohol mehr nachgewiesen werden kann.

Wie lässt sich die Abstinenz nachweisen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, dem MPU-Gutachter zu beweisen, dass du seit längerer Zeit abstinent bist. Du hast die Möglichkeit, dich zwischen regelmäßigen Urinproben oder der Haaranalyse zu entscheiden. Alkohol kann sowohl im Urin als auch im Haar durch seine Abbauprodukte nachgewiesen werden. Hier wird speziell nach Ethylglucuronid, auch EtG abgekürzt, gesucht.

 Die Haaranalyse

Mittels einer Analyse kann der Alkoholkonsum der letzten drei Monate festgestellt werden, vorausgesetzt, die Haare haben eine Länge von mindestens 3 cm. Pro Monat wird von einem Haarwachstum von etwa 1 cm ausgegangen, weshalb du 2-4 Analysen einplanen solltest, je nachdem, wie lange die Abstinenz gefordert ist. Hier gibt es allerdings einige Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten. Neben der Länge ist auch die Qualität der Haare wichtig, denn gefärbte und insbesondere blondierte Haare können das Ergebnis verfälschen und im schlechtesten Falle nicht anerkannt werden. Die Haaranalyse kannst du an verschiedenen Stellen durchführen lassen, allerdings muss es sich um Verkehrsmedizin handeln. Du kannst dich im Internet über die entsprechenden Stellen informieren. Die Kosten für die Haaranalyse sind unterschiedlich, wobei jedoch der Vorteil besteht, dass die Haaranalyse seltener als die Urinanalyse durchgeführt werden muss, wobei die Kontrolle des Urins dagegen günstiger ist. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Abstinenz in den Haaren nicht sofort nachgewiesen werden kann, da es einige Zeit dauert, bis Haare ohne Spuren von Alkohol nachwachsen.

Kann man vollständige Abstinenz und kontrollieren Alkoholkonsum verbinden?

Ist es möglich, zunächst kontrolliert zu trinken und erst danach abstinent zu sein? Oder eine Weile Abstinenz durchzuhalten und danach zum kontrollierten Trinken zu wechseln?

Unser Tipp ist, dass du dich von vorneherein für eine Variante entscheiden solltest. Bist du eine ganze Zeit lang abstinent und gehst dann zu kontrolliertem Trinken über, könnte das den Eindruck erwecken, dass du rückfällig wirst und die Abstinenz nicht einhältst. Andersherum kann es ebenso den Eindruck einer starken Abhängigkeit von Alkohol erwecken, wenn du die Abstinenz nicht sofort durchführst, sondern dich langsam an den verminderten Alkoholkonsum gewöhnst.

Du solltest in jedem Fall mindestens sechs Monate lang durchgehalten haben, sei es mit der vollständigen Abstinenz oder dem kontrollierten Alkoholkonsum.

Stolperfallen

Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass dir die MPU nicht ohne Grund auferlegt wurde. Du bist im Straßenverkehr auffällig geworden und man geht davon aus, dass du bereits eine Alkoholabhängigkeit entwickelt hast, die dafür sorgt, dass dir das Verbot, im Straßenverkehr nicht zu trinken, egal geworden ist. An dieser Einschätzung lässt sich nicht rütteln und du solltest nicht versuchen, dich dagegen aufzulehnen. Auch wenn du selbst davon überzeugt bist, dass du kein Alkoholproblem hast, heißt das noch lange nicht, dass du auch den Gutachter davon überzeugen kannst. Besser ist es, den Fehler einzusehen und das bestmögliche dafür zu tun, ihn wieder auszugleichen.

Auf der anderen Seite solltest du auch nicht zu bereitwillig zustimmen, dass du eine Alkoholabhängigkeit entwickelt hast, denn sonst könnte es passieren, dass dir ein Entzug auferlegt wird, auf den wiederum ein Jahr lang Abstinenz folgt. Wenn dein Promillewert im Rahmen war und du dir sicher bist, dass es nicht von einer bestehenden Abhängigkeit herrührt, solltest du eher von Alkohol – Missbrauch anstatt einer Abhängigkeit sprechen und diesen auch zugeben. Auch solltest du nicht unbedingt darauf hinweisen, dass du durch den Alkoholkonsum nicht mehr zurechnungsfähig warst, und deshalb ein Fahrzeug geführt hast. Dieses Eingeständnis wird ebenfalls mit Stirnrunzeln betrachtet und wirft ein schlechtes Licht auf dich. Zudem solltest du dir darüber bewusst sein, dass es sich bei der MPU nicht nur um eine medizinische Untersuchung handelt. Das bedeutet, dass gute Leberwerte und Abstinenznachweise zwar einen großen Schritt nach vorne bedeuten und zumindest der medizinische Teil der Untersuchung damit abgedeckt ist, jedoch solltest du auch den psychologischen Teil der MPU nicht außer Acht lassen. Es gilt immer der Gesamteindruck, den du beim Gutachter hinterlässt und du solltest ihm bewusst machen, dass du dein Handeln tatsächlich bereust und aus deinen Fehlern gelernt hast.

 

Menü