MPU Vorbereitung online

Psychologisch & juristisch getestet

MPU Ablauf einer medizinisch-psychologischen Untersuchung

Die MPU, volkstĂŒmlich auch als „Idiotentest“ bezeichnet, gibt es seit 1954 in Deutschland. Bei gravierenden AuffĂ€lligkeiten im Straßenverkehr, beispielsweise durch zu viele Punkte in Flensburg, bei Alkohol-, Drogen-, oder Medikamentenmissbrauch am Steuer, oder einem grĂ¶ĂŸeren, selbstverschuldeten Unfall, kann es zum FĂŒhrerscheinentzug kommen. Bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung soll nun die Eignung, zum FĂŒhren eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr, durch eine Reihe von Tests und Untersuchungen, ĂŒberprĂŒft werden.

So lange dauert die MPU

Die MPU besteht aus vier aufeinanderfolgenden Teilen. Dem Fragebogen, der etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, dem darauffolgenden Leistungstest, fĂŒr den Sie etwa dieselbe Zeit benötigen und die medizinische Untersuchung, welche zwischen 10 und 30 Minuten andauert, je nach GrĂ¶ĂŸe und Umfang. Zum Schluss folgt das psychologische GesprĂ€ch, das mit circa 60 Minuten Dauer den lĂ€ngsten und umfangreichsten Teil der PrĂŒfung bildet. In den meisten FĂ€llen dauert die gesamte Untersuchung zwei bis drei Stunden, kann aber variieren, wenn z.B. bei Alkoholdelikten zusĂ€tzliche Blutuntersuchungen gemacht werden.

Um ĂŒberhaupt fĂŒr die MPU zugelassen zu werden, muss nach Abgabe des FĂŒhrerscheins erstmal ein Antrag, zur Wiedererteilung bei der jeweiligen FĂŒhrerscheinstelle, gestellt werden. Wird dieser genehmigt, zahlen Sie die Kosten der MPU und erhalten im Anschluss einen Termin.

1. Der Fragebogen

Die Beantwortung des Fragebogens bildet den ersten Teil der medizinisch-psychologischen Untersuchung. Dieser besteht meist aus allgemeinen, persönlichen und spezifischen Fragen. WĂ€hrend sich erstere besonders auf ihre Persönlichkeit und ihr frĂŒheres Fahrverhalten beziehen, befassen sich letztere mit den Themen „Fahren unter Alkohol-, Drogen-, oder Medikamenteneinfluss“, je nachdem aus welchem Grund Ihnen Ihre Fahrerlaubnis entzogen wurde. Vorsicht ist bei sogenannten Fangfragen geboten, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Beispielsweise wenn man Sie nach Ihren bereits aktiv gefahrenen Kilometern fragt, was natĂŒrlich nicht nachprĂŒfbar ist. Geben Sie daher eine möglichst glaubwĂŒrdige und rasche Antwort. Zu langes Zögern beim AusfĂŒllen des Fragenkatalogs wird von den PrĂŒfern hĂ€ufig negativ aufgefasst, z.B. könnten diese annehmen, dass Sie sich zum einen nicht grĂŒndlich vorbereitet und zum anderen die Ernsthaftigkeit der Lage nicht ausreichend erkannt haben.

Oftmals wird der PrĂŒfling auch nach seiner Deliktvorgeschichte gefragt. Hierauf sollten Sie möglichst ehrlich antworten und keinesfalls Dinge auslassen oder gar herunterspielen, denn dem Gutachter liegt Ihre Akte vor. Durch Testfragen und Online-Fragenkataloge können Sie sich zudem daheim auf den Fragebogen der MPU vorbereiten.

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Psychologisch & juristisch getestet

Der Leistungstest

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Leistungstest, der aus einem Reaktionstest besteht. Dieser Reaktionstest testet das Denkvermögen, die WahrnehmungsfĂ€higkeit, die Aufmerksamkeitsspanne, das logische Denken und die ReaktionsfĂ€higkeit des PrĂŒflings, wichtige Kriterien fĂŒr die Eignung zur FĂŒhrung eines Kraftfahrzeugs. Der Test wird individuell fĂŒr jeden PrĂŒfling gestaltet und den Ablauf bestimmt ein Verkehrspsychologe. Der Leistungstest findet an einem speziell konstruierten Computer mit besonderer Software statt, dessen Funktionsweise vor Beginn des Tests ausprobiert werden darf. Auch wenn es solche Computer auf dem öffentlichen Markt nicht zu erwerben gibt, können Sie sich dennoch durch Computersimulationen auf diesen Teil der MPU vorbereiten.

Weist der Leistungstest keine eindeutigen Ergebnisse auf, beispielsweise durch große Abweichungen, kann noch eine zusĂ€tzliche Fahrverhaltensbeobachtung gefordert werden.

Medizinische Untersuchung

Der medizinische Teil besteht aus einem VorgesprĂ€ch und einer anschließenden Untersuchung, z.B. Blutabnahmen fĂŒr spĂ€tere Bluttests. Beim UntersuchungsgesprĂ€ch verschafft der Arzt sich einen Überblick ĂŒber Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, mögliche Erkrankungen, regelmĂ€ĂŸige Medikamente die Sie einnehmen, und einen Gesamteindruck ĂŒber Ihren Allgemeinzustand. Bei Delikten von Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch werden im Anschluss unterschiedliche Untersuchungen durchgefĂŒhrt. Wenn Alkoholkonsum ausschlaggebender Grund fĂŒr den FĂŒhrerscheinentzug war, sind dies hĂ€ufig Blutuntersuchungen, zur ÜberprĂŒfung der Leberwerte, bei DrogenfĂ€llen dagegen Urin- oder Haarproben. Viele Drogen sind in den Körperhaaren noch Wochen bis Monate spĂ€ter nachweisbar, wenn Sie im Fragebogen oder wĂ€hrend des psychologischen GesprĂ€chs also angeben, seit wann Sie clean sind, sollte dies auf jeden Fall mit den Ergebnissen der Proben ĂŒbereinstimmen.

Psychologisches GesprÀch

Den letzten und umfangreichsten Teil einer MPU bildet das psychologische GesprĂ€ch. Hierbei möchte der Psychologe die Ursache fĂŒr Ihr fehlerhaftes Fahrverhalten herausfinden, wie es ĂŒberhaupt zu Ihrem Handeln gekommen ist. Gestehen Sie offen Ihre Fehler ein und zeigen Sie, dass Sie bereits Konsequenzen aus Ihrem Handeln gezogen haben, beispielsweise indem Sie von Ihren VorsĂ€tzen berichten und den VerĂ€nderungen, die Sie schon vorgenommen haben.

Die Vorbereitung auf das psychologische GesprÀch ist der wohl wichtigste und zugleich schwierigste Teil, denn die Psychologen einer MPU lassen sich nur selten tÀuschen. Stattdessen sollten Sie sich als Vorbereitung wirklich vornehmen etwas zu verÀndern, um ehrlich von Ihrem Lebenswandel und den damit verbundenen Schwierigkeiten berichten zu können und zu vermeiden, dass es nochmal zu einem Àhnlichen Vorfall kommt. ZusÀtzlich werden in den meisten StÀdten spezielle MPU-Vorbereitungskurse angeboten und auch einige Psychologen, haben sich auf MPU-Seminare spezialisiert.

Nach Beendigung der MPU fasst ein Gutachter die Ergebnisse zusammen und sie erhalten das offizielle Gutachten etwa 10 bis 14 Tage spĂ€ter. Haben Sie die MPU bestanden, können Sie nun Ihren FĂŒhrerschein bei der Behörde abholen.

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