MPU Vorbereitung online

Psychologisch & juristisch getestet

MPU wegen Drogenkonsum

Was ist eine MPU?

Die volkst├╝mlich auch als ÔÇ×IdiotentestÔÇť bekannte MPU, ist eine Untersuchung, bei der die Eignung zur F├╝hrung eines Kraftfahrzeugs im ├Âffentlichen Stra├čenverkehr ├╝berpr├╝ft wird. Die Ursachen, die zu einem F├╝hrerscheinentzug f├╝hren, k├Ânnen sehr vielf├Ąltig sein und bestimmen zudem den Ablauf der MPU. Wer beispielsweise nach Drogenkonsum am Steuer erwischt wird, dem droht eine MPU mit dem Schwerpunkt Drogenproblematik. Diese umfasst meist Haar- und Urinproben. Die medizinisch-psychologische-Untersuchung gibt es seit 1954 in Deutschland.

Wer muss zu einer MPU?

Der Entzug der Fahrerlaubnis droht beispielsweise bei Alkohol-, Drogen-, oder Medikamentenmissbrauch am Steuer, zu vielen Punkten in Flensburg, oder einem gr├Â├čeren, selbstverschuldeten Unfall. Um ├╝berhaupt f├╝r die MPU zugelassen zu werden, m├╝ssen Sie zuerst einen Wiedererteilungsantrag bei der jeweiligen F├╝hrerscheinstelle einreichen.

Wer nach dem Konsum von Drogen am Steuer erwischt wird, dem wird automatisch die Fahrerlaubnis entzogen. Durch das Bestehen der MPU, kann diese wiedererworben werden.
Doch nicht nur der eigentliche Drogenkonsum, auch das Dealen mit illegalen Substanzen f├╝hrt, wenn Sie von der Polizei dabei ertappt werden, zum sofortigen F├╝hrerscheinentzug. Dagegen reicht der alleinige Besitz von Drogen nicht f├╝r eine MPU aus.

Nicht au├čer acht zu lassen ist, dass einige Drogen noch Tage bis Wochen sp├Ąter in Haar- bzw. Urinproben auffindbar sind. Beispielsweise l├Ąsst sich Cannabis, durch den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol), bei regelm├Ą├čigen Konsum, bis zu 4-6 Wochen lang nachweisen. Es bringt also nichts, wenn Sie Ihren Konsum erst wenige Tage vor der MPU einstellen.

Was erwartet Sie bei einer Drogen MPU?

Bei der MPU wird anhand einer Reihe von Tests und Untersuchungen eingesch├Ątzt, ob jemand zum verantwortungsvollen Autofahren im ├Âffentlichen Stra├čenverkehr geeignet ist. Zum Wiedererlangen des F├╝hrerscheins, m├╝ssen die Pr├╝fer bei Ihnen eine Ver├Ąnderung und Einsicht erkennen, und zudem ausschlie├čen k├Ânnen, dass sich Ihr Fehlverhalten jemals wiederholt.

Die medizinisch-psychologische-Untersuchung gliedert sich in vier Teile: Den Fragebogen, den Leistungstest, die medizinische Untersuchung und das psychologische Gespr├Ąch.

1. Der Fragebogen

Der Fragebogen bildet den ersten Teil der medizinisch-psychologischen Untersuchung und besteht aus allgemeinen, pers├Ânlichen und spezifischen Fragen. W├Ąhrend sich erstere besonders auf ihre Pers├Ânlichkeit und ihr fr├╝heres Fahrverhalten beziehen, befassen sich letztere mit den Themen ÔÇ×Fahren unter Alkohol-, Drogen-, oder MedikamenteneinflussÔÇť, je nachdem aus welchem Grund Ihnen Ihre Fahrerlaubnis entzogen wurde. Antworten Sie ehrlich, glaubw├╝rdig und nehmen Sie sich nicht zu viel Zeit, zur Beantwortung der einzelnen Fragen, dies k├Ânnte von den Pr├╝fern als mangelnde Vorbereitung gewertet werden. Viele Antworten sind zudem in den Akten ├╝berpr├╝fbar, weshalb Sie sich inhaltlich gut auf diesen Teil des Tests vorbereiten sollten.

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2. Der Leistungstest

Im zweiten Teil der MPU wird das Reaktions- und Denkverm├Âgen, sowie die Wahrnehmungsf├Ąhigkeit, die Aufmerksamkeitsspanne und das logische Denken des Pr├╝flings getestet. Der Test wird individuell f├╝r jeden Pr├╝fling gestaltet und den Ablauf bestimmt ein Verkehrspsychologe.

Auf diesen Teil der Pr├╝fung k├Ânnen Sie sich durch Computersimulationen am eigenen PC vorbereiten.

3. Medizinische Untersuchung

Der medizinische Teil der MPU besteht aus einem Vorgespr├Ąch mit einem Arzt, bei dem ein ├Ąrztliches Gutachten erstellt wird und anschlie├čenden Untersuchungen. Durch das Untersuchungsgespr├Ąch verschafft der Arzt sich einen ├ťberblick ├╝ber Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, k├Ârperliche Symptome, die auf den Drogenkonsum hinweisen k├Ânnten und Ihren allgemeinen Umgang mit illegalen Substanzen.

Bei den Untersuchungen werden Ihnen meist Urin- oder Haarproben entnommen. Dabei werden Sie nicht nur auf die R├╝ckst├Ąnde der Droge ├╝berpr├╝ft, mit der Sie erwischt wurden, sondern auf verschiedene. Viele Drogen sind in den K├Ârperhaaren noch Wochen bis Monate sp├Ąter nachweisbar, wenn Sie im Fragebogen oder w├Ąhrend des psychologischen Gespr├Ąchs also angeben, seit wann Sie clean sind, sollte dies auf jeden Fall mit den Ergebnissen der Proben ├╝bereinstimmen.

4. Psychologisches Gespr├Ąch

Den letzten und umfangreichsten Teil einer MPU bildet das psychologische Gespr├Ąch. Hierbei m├Âchte der MPU-Psychologe die Ursache f├╝r Ihr fehlerhaftes Fahrverhalten herausfinden, beispielsweise anhand Ihres sozialen Hintergrunds, Traumata in der Kindheit und weitere Bereiche Ihres Lebens, die einen m├Âglichen Zusammenhang mit Ihrem Drogenkonsum darstellen.

Wichtig ist, dass Sie sich Ihre Fehler offen eingestehen und zeigen, dass Sie bereits Konsequenzen aus Ihrem Handeln gezogen haben, beispielsweise indem Sie von den bereits eingetretenen Ver├Ąnderungen in Ihrem Leben sprechen. Der MPU- Psychologe m├Âchte ein Umdenken bei Ihnen sehen, um ausschlie├čen zu k├Ânnen, dass sie noch einmal derart negativ im ├Âffentlichen Stra├čenverkehr auffallen.

Drogenentzug f├╝r die MPU

Wurde Ihnen Ihr F├╝hrerschein aufgrund eines Drogendelikts entzogen, werden meist zus├Ątzliche Abstinenznachweise gefordert, damit die Pr├╝fer Ihren Lebenswandel ├╝ber mehrere Monate hinweg kontrollieren k├Ânnen. Dazu zahlen Urin- und Haarscreenings, die Sie bei qualifizierten ├ärzten oder beim T├ťV durchf├╝hren lassen k├Ânnen. Dies ist einer der Grundlagen einer MPU Vorbereitung.

Der Zeitraum ├╝ber den Sie sich regelm├Ą├čig untersuchen lassen m├╝ssen bzw. die Anzahl der Untersuchungen h├Ąngt von der Schwere Ihrer Tat ab und wird je nach Fall unterschiedlich entschieden.

Kosten einer MPU

Da die einzelnen MPU-Begutachtungsstellen Ihre Preise selbst festlegen d├╝rfen, k├Ânnen die Kosten variieren. Laut Geb├╝hrenordnung kostet eine MPU mit Drogenfragestellung und Urin- oder Haarscreening, 554,54 Euro. Der Preis ├Ąndert sich, wenn noch weitere Fragen hinzukommen oder keine Proben notwendig sind. Da das Durchfallen bzw. Wiederholen der Pr├╝fung mit sehr hohen Kosten verbunden ist, sollten Sie sich gr├╝ndlich auf die MPU vorbereiten. Deutschlandweit werden Vorbereitungskurse angeboten und einige Psychologen haben sich zudem auf spezielle MPU-Seminare spezialisiert. Achten Sie hierbei auf jeden Fall auf die jeweilige Qualifikation des Anbieters.

Der Konsum oder Besitz von Drogen kann ebenfalls zur Anordnung einer MPU f├╝hren. Bei der MPU Drogen wird in aller Regel zwischen dem Konsum von Cannabis und dem Konsum harter Drogen wie Heroin unterschieden, was sich auch konkret im Ablauf der medizinisch psychologischen Untersuchung niederschl├Ągt. ÔÇĘWann genau eine MPU Drogen angeordnet wird und wie sie konkret durchgef├╝hrt wird, ist allerdings nicht bundeseinheitlich geregelt, weswegen die MPU Drogen durchaus umstritten ist und oftmals als undurchsichtig und nicht logisch nachvollziehbar kritisiert wird. So k├Ânnen beispielsweise der Konsum oder Besitz geringer Mengen Cannabis als blo├če Ordnungswidrigkeit geahndet werden, aber auch genauso gut zur Anordnung einer MPU Drogen f├╝hren. ÔÇĘTrotz dieser nicht immer einheitlichen Vorgehensweise ist die MPU Drogen jedoch nur in den wenigsten F├Ąllen anfechtbar.

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Was sind die Besonderheiten der MPU Drogen?

Bei einer MPU Drogen r├╝ckt in der medizinisch-psychologischen Untersuchung das Drogenkonsumverhalten des Probanden in den Vordergrund. Hier geht es also vor allem in der verkehrspsychologischen Bewertung darum, eine Prognose dar├╝ber zu stellen, ob der Proband in der Zukunft auf das F├╝hren von Kraftfahrzeugen im Stra├čenverkehr unter Drogeneinfluss verzichten wird. Dabei spielt unter anderem eine Rolle, ob es bereits in der Vergangenheit zu Auff├Ąlligkeiten durch Drogenkonsum oder auch durch Alkohol gekommen ist, ob eine Abh├Ąngigkeit besteht und ob Straftaten im Zusammenhang mit den Drogen eine Rolle spielen. ÔÇĘZus├Ątzlich kommt es auf die Art der Drogen, die Menge der festgestellten Drogen, die H├Ąufigkeit des Konsums sowie die allgemeine Lebensf├╝hrung der Probanden an sowie auf das Verhalten in Bezug auf Drogen w├Ąhrend der Zeit des F├╝hrerscheinentzugs.
Da all diese Faktoren individuell eine Rolle spielen, ist vor allem bei der MPU Drogen eine Beratung bei einer seri├Âsen Beratungsstelle notwendig, um im Einzelfall geeignete Ma├čnahmen zu ergreifen wie beispielsweise ein Abstinenzprogramm oder eine Therapie sowie deren L├Ąnge und Umfang festzulegen.

Wie kann der Verzicht auf Drogen nachgewiesen werden?

Im Rahmen einer MPU Drogen wird ein Drogenscreening durchgef├╝hrt, mit dem auf folgende Substanzen getestet wird:

  • Cannabinoide
  • Kokain
  • Opiate
  • Amphetamine
  • Methadon
  • Benzodiazepine

Wurde eine MPU Drogen angeordnet, wird daf├╝r in der Regel eine Abstinenzzeit von 6 Monaten bis zu einem Jahr vorausgesetzt. Als Nachweis f├╝r die Abstinenz wird eine Reihe von Drogenscreenings im jeweiligen Zeitraum veranlasst. Meistens werden zwischen 4 und 6 Screenings anberaumt, die in einem forensischen Labor durchgef├╝hrt werden. ÔÇĘNachteilig bei den Screenings ist jedoch, dass die Probanden sich jederzeit verf├╝gbar halten m├╝ssen und beispielsweise eine Abwesenheit w├Ąhrend eines Urlaubs bekannt geben m├╝ssen. ÔÇĘAlternativ kann die Abstinenz daher ├╝ber eine Haaranalyse nachgewiesen werden.

Sonderfall Methadonsubstitution

F├╝r Opiats├╝chtige, die mit Methadon substituiert werden, ist es besonders schwer, die Fahrerlaubnis im Rahmen einer MPU Drogen wiederzuerlangen. Hier muss immer eine Einzelfallentscheidung gef├Ąllt werden und der Proband muss hohe Anforderungen erf├╝llen wie beispielsweise

  • psychische Stabilit├Ąt
  • klare Pers├Ânlichkeit
  • kein Beikonsum
  • Substitution seit mindestens 12 Monaten
  • regelm├Ą├čige Kontrollen
  • hohe Eigenverantwortlichkeit

Ein n├╝tzlicher Tipp zum Schluss:

Vor der MPU Drogen sollte auf Mohnbr├Âtchen und andere Mohnerzeugnisse wie Mohnkuchen verzichtet werden, da sich der Konsum von Mohnprodukten im Screening niederschlagen kann.

Kompliziert und manchmal zumindest gef├╝hlt undurchsichtig gestalten sich die Untersuchungsvoraussetzungen bei der MPU wegen Drogen. Es gibt Unterschiede in der MPU Marihuana / Cannabis und der MPU wegen ÔÇ×harterÔÇť Drogen wie Heroin. Nach Konsum oder festgestelltem Besitz von Drogen kann grunds├Ątzlich eine MPU angeordnet werden, muss es aber nicht in jedem Fall. Die Ausnahme besteht meist bei Konsum oder Besitz geringer Mengen von Cannabis. Erstt├Ąter kommen in diesem Fall oft um die Begutachtung herum, sollten sich aber keinesfalls ein zweites Mal aufgreifen lassen.

Cannabis

 

Die MPU Drogen ist in vielen F├Ąllen umstritten, undurchsichtig und nicht logisch nachvollziehbar. Sie ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Gerade bei Cannabis ist prinzipiell fast alles m├Âglich, von der blo├čen Ordnungswidrigkeit bis zur MPU. Wird die MPU Drogen angeordnet, ist sie trotzdem in den wenigsten F├Ąllen anfechtbar.

Leider ist es nicht m├Âglich, eine pauschale Aussage ├╝ber Anzahl und Dauer eines Abstinenzprogrammes f├╝r die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wegen Drogen zu treffen. Fast immer ist eine Beratung bei einer seri├Âsen Beratungsstelle n├Âtig, um den individuell n├Âtigen Umfang zu bestimmen. Faktoren wie H├Ąufigkeit des Konsums, festgestellte Menge bei der polizeilichen Ermittlung, Art der Drogen, Lebensf├╝hrung und sonstiger Konsum von Rauschmitteln spielen eine Rolle. Erschwerend kommen oft Straftaten in Zusammenhang mit den Drogen (Diebstahl, Erpressung) hinzu. Auch ein bereits bestehender Eintrag wegen Alkohol ist h├Ąufig. Die Gutachter gehen in diesem Fall von multiplem Substanzenmissbrauch (Polytoxikomanie) aus.

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