MPU Zahlen & Fakten

fakten

Was ist die MPU?

Eingeführt wurde die MPU schon vor Beginn des Ersten Weltkrieges um das Jahr 1912. Damals ging es nur um seltene Einzelfallentscheidungen. Durch die steigende Motorisierung wurde das Problem der Sicherheit im Straßenverkehr immer mehr zum Thema. Ein klar strukturiertes Regelwerk musste her. Grund dafür waren ganz konkret die deutlich steigenden Verkehrstoten seit Mitte der 50er Jahre. Am höchsten Punkt, 1970, kam es zu über 20.000 Verkehrstoten. Neben der MPU führte man wirkungsvoll die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen auf 100 km/h ein und deutlich zu merken, die Begrenzung der zulässigen Alkoholtoleranz von 0,8 Promille. Seitdem sinken die Zahlen der tödlich verunglückten Personen im Straßenverkehr kontinuierlich und merklich auf inzwischen weit unter 5000 im Jahre 2009.

Was macht die MPU?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung stellt im Auftrag der Führerscheinstelle fest, ob ein auffällig gewordener Fahrer erneut am Straßenverkehr teilnehmen kann. Beurteilt wird also die Fahreignung. Diese Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen wird in einer umfassenden Begutachtung bescheinigt oder verweigert. Das Ergebnis setzt sich zusammen auf der Auswertung von Fragebögen, Reaktionstests an einem Computer, einer ärztlichen Untersuchung und einem verkehrspsychologischen Gespräch.

Die Chancen, eine Begutachtung positiv zu bestehen liegen im Schnitt bei ca. 50%. 15% bekommen eine Kursempfehlung nach §70 und damit ein bedingt positives Gutachten. 35% erhalten ein negatives Gutachten und müssen die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wiederholen.

Alle Institute, die zur Begutachtung berechtigt sind, urteilen nach den gleichen Richtlinien. Offizielles Regelwerk für die MPU sind die Beurteilungskriterien für die Urteilsbildung in der medizinisch-psychologischen Fahreignungsdiagnostik. Darin sind Anlässe mit Fragestellungen ebenso geregelt wie klare Merkmale für positive und negative Gutachten. Bestimmte Antworten im psychologischen Gespräch und der ärztlichen Begutachtung sind klare Ausschlusskriterien für ein positives Gutachten. Oft wird dann bei einem positiven Gesamtbild die Möglichkeit der Kursempfehlung als Auflage gewählt.

Wer muss die MPU machen?

Grundsätzlich kann die Führerscheinstelle jeden zur MPU schicken, bei dem sie einen Grund zum sicheren Führen eines Kraftfahrzeuges begründet in Erwägung zieht. Chronische Erkrankungen können dabei ebenso zum Tragen kommen wie Verstöße gegen Grundregeln. Die Palette ist breit. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) gibt in einem Bericht jedes Jahr die statistischen Zahlen zur Verteilung der unterschiedlichen Anlässe zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung aus.

Größter Anteil wie jedes Jahr, so auch im Jahre 2009, die erstmalige Auffälligkeit wegen Alkohol mit einem Drittel aller Aufforderungen für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Der zweithäufigste Untersuchungsanlass sind Drogen & Medikamente (19%). Dahinter rangiert mit 17% die wiederholte Alkoholauffälligkeit, mit 15% Verkehrsauffällige ohne Alkohol, 11 % sonstige Anlässe, 7% Alkohol und Strafrecht bzw. Verkehrsrecht in Kombination und 1% machen die MPU wegen körperlichen Mängeln. Insgesamt betrachtet haben damit über 50% der Begutachtungen mit Alkoholproblematiken zu tun, auch wenn in den letzten Jahren ein rückläufiger Trend bemerkbar ist.

Bast_2009

Insgesamt wurde im Jahre 2009 106.082 mal eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung durchgeführt. Wer zur MPU muss, kann aus 15 unterschiedlichen Begutachtungsstellen wählen. Diese sind regional unterschiedlich häufig vertreten. Wann eine MPU angeordnet wird, ist weitgehend in der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) verankert.

Und noch ein paar interessante Zahlen:

  • Über 100.000 Bundesbürger machen jährlich eine MPU
  • 40% aller Führerscheininhaber sind Frauen, aber nur 7% derjenigen, die zur MPU müssen