Freiwillige MPU

Freiwillig

Warum eine Freiwillige MPU?

Die Aufforderung zur MPU ist die Horrorvorstellung der meisten Verkehrsteilnehmer. Wieso also sollte man freiwillig eine solche Begutachtung über sich ergehen lassen? Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

Am häufigsten sind eigene Zweifel an der Fahrtauglichkeit. Nicht bei jeder Erkrankung verpflichtet die Führerscheinstelle zur Begutachtung. Trotzdem ist sich mancher nicht mehr sicher, ob er wirklich noch sicher fahren kann. Der Anstoß dazu kommt auch oft aus der Familie. Unsicherheiten, vor allem mit fortschreitendem Alter, werden bemerkt und die Familie macht sich Sorgen. Manchmal rät auch der Arzt einem seiner Patienten, eine Freiwillige MPU durchführen zu lassen, da es aus medizinischer Sicht gewisse Zweifel an der Fahreignung gibt. Ärzte sind bei Zweifeln an der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen in einer besonders unangenehmen Lage. Der Arzt ist verpflichtet, seinen Patienten über eine mögliche Beeinträchtigung aufzuklären. Noch schlimmer: er haftet in manchen Fällen bei Unfällen, wenn ersichtlich gewesen wäre, dass der Patient nicht mehr sicher fahren kann. Aber wer zeigt schon gerne seinen Patienten im Vorfeld an, um eine MPU durchführen zu lassen. Verständlicherweise ist niemand bereit aufgrund von Zweifeln einfach so seinen Führerschein für immer abzugeben. Die Freiwillige MPU ist für alle Beteiligten eine optimale Lösung.

Auch in der Presse wird immer wieder lebhaft diskutiert, ab einem bestimmten Alter einen Check auf Fahrtüchtigkeit einzuführen. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Doch der Körper kennt physiologische Grenzen. Die Unfälle in Zusammenhang mit einem Schlaganfall oder unerklärlichen Kontrollverlusten hochbetagter Menschen nehmen zu. Doch noch ist es nicht soweit für eine Überprüfung im Alter wie es bei LKW-Fahrern und Taxifahrern seit Jahrzehnten üblich ist. Die Freiwillige MPU ist eine Möglichkeit, sich durch das Urteil von Fachleuten abzusichern.

Wie läuft eine Freiwillige MPU ab?

Der Ablauf der Freiwilligen MPU ist der „normalen“ MPU sehr ähnlich. Auch hier gibt es Reaktionstests an Geräten, ein psychologisches Gespräch und eine ärztliche Untersuchung. Manchmal findet noch eine zusätzliche Übungsfahrt statt, um Reaktion und Verhalten im Straßenverkehr klar beurteilen zu können. Der Preis für die Freiwillige MPU liegt um die 150-200€ Gesamtkosten. Nehmen Sie sich für die Untersuchung 3-4 Stunden Zeit, um nicht unter inneren Zeitdruck zu geraten.

Bringen Sie zur Untersuchung auf jeden Fall alle ärztlichen Unterlagen mit, die relevant sein könnten so wie alle anderen hilfreichen Unterlagen. Je detaillierter Sie sich darstellen, desto klarer wird das Ergebnis ausfallen.

Der große Unterschied zur „normalen“, angeordneten MPU ist, dass kein Gutachten im eigentlichen Sinne erstellt wird. Diese Freiwillige MPU unterliegt der absoluten Schweigepflicht. Das Ergebnis Ihrer Tests wird nicht an offizielle Stellen weitergeleitet. Sie sind der alleinige Auftraggeber. Sie entscheiden, ob und in wie fern das Ergebnis der Untersuchung Einfluss auf Ihr Verhalten im Straßenverkehr nehmen wird. Trotzdem finden Sie eine klare Bewertung und Empfehlung in Ihrem Abschlussbericht. Manchmal wird z.B. zur Einschränkung des Radius auf nötige Einkäufe hingewiesen wenn die längere Konzentrationsfähigkeit problematisch wird. Die Tipps und Begründungen sind lebensnah und praktisch. Sie benötigen zum Verständnis keine weiteren Fachleute. Gerade bei einem etwaigen Unfall kann eine positive Bewertung bei einer vorangegangen Freiwilligen MPU günstig sein.