Punkte MPU – Was Sie wissen sollten

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Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wegen Punkten kommt in der Regel mit 18 Punkten auf einen zu. Klingt für viele gar nicht so viel. Weiß man jedoch, dass nur ca. 10% der Verkehrsteilnehmer überhaupt einen Eintrag in der Punktekartei in Flensburg haben, relativiert es sich etwas. Eine Ordnungswidrigkeit führt zu 1-4 Punkten, eine Straftat schlägt sich in der Regel zwischen 5 und 7 Punkten auf dem Konto nieder.

Wer sich nicht sicher ist, ob und wie viele Punkte er hat, kann auf der Seite www.kba.de direkt sein aktuelles Punktekonto abfragen. Die Auskunft muss schriftlich angefragt werden. Es entstehen keine Kosten. Auf der Seite des Kraftfahrbundesamtes findet man auch einen immer aktuellen Punktekatalog. Bei einem Verstoß kann man sich dort schon im Vorfeld erkundigen, wie viele Punkte voraussichtlich eingetragen werden.

Rechtzeitig Punkte abbauen

Es besteht, vor allem bei geringerem Punktekonto, die Möglichkeit, durch Schulungen, Punkte abzubauen.

  • bis 8 Punkte: Möglichkeit, 4 Punkte abzubauen (Aufbauseminar bzw. Besonderes Aufbauseminar)
  • bis 14 Punkte: 2 Punkte abzubauen ist mit Aufbauseminar oder Besonderem Aufbauseminar möglich
  • Über 14 Punkte: Punkte können nur mit einer Verkehrspsychologischen Beratung nach §71 abgebaut werden (2 Punkte möglich). Hat noch keine Nachschulung im Rahmen des Punktesammelns stattgefunden, ist sie jetzt Pflicht, ohne dass Punkte abgebaut werden. Also zuerst die Nachschulung und dann die Verkehrspsychologische Beratung. Die Nachschulung kann nicht umgangen werden, egal, ob sie einen Effekt auf das Punktekonto hat oder nicht.

Verkehrspsychologische Beratung nach §71

Voraussetzung ist ein vorangegangenes Aufbauseminar in der Gruppe. Dann ist es manchmal möglich, auch auf den letzten Drücker, wenn neue Punkte drohen, noch die wichtigen 2 Punkte abzubauen. Und damit eine MPU wegen Punkten noch einmal zu umgehen. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass dieses hochriskante Unternehmen immer klappt. Die Führerscheinstelle ist im Recht, die Punkte ab dem Tatzeitpunkt als existent zu betrachten. Alles andere fällt in die Kategorie Kulanz. Besser also rechtzeitig um den Punkteabbau kümmern.

Wie lange halten die Punkte?

  • Ordnungswidrigkeiten 2 Jahre
  • Straftaten ohne Alkohol oder Drogen 5 Jahre
  • Straftaten in Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen bleiben 10 Jahre auf dem Konto

Auch dies sind Regelzeiten. Abweichungen im Einzelfall sind durchaus möglich.

Immer wieder stellt sich auch die Frage, ob durch die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wegen Punkten selbst Punkte abgebaut werden. Findet also durch die MPU Punkteabbau automatisch statt? So pauschal kann man dies nicht beantworten. Möglich ist das immer dann, wenn ein neuer Führerschein beantragt wird. Führerscheininhaber verlieren in der Regel keine Punkte von ihrem Konto. Sind die Punkte gelöscht, geht es nicht wieder von vorne los bis zu 18 Punkten. Erkundigen Sie sich diesbezüglich immer direkt beim Landratsamt und damit der zuständigen Führerscheinstelle. Sie können die zuverlässigste Antwort auf Fragen zu Ihrem Punktekonto und dem Verfall der Punkte geben. Die Führerscheinstelle wird bei erneuter Auffälligkeit auch bei Löschung der Punkte nicht bis zu 18 Punkten warten, bis sie eine erneute MPU Punkte fordert. Geht man doch davon aus, dass jeder aus einer zeit- und nervenaufwendigen Punkte MPU so viel mitnimmt, dass er sich in Zukunft umsichtiger im Straßenverkehr verhält.

Foto © Tage Olsin / wikimedia