MPU in der Probezeit

Wasser

Besondere Regelungen in der Probezeit

Für Fahranfänger gilt seit einigen Jahren totales Alkoholverbot in der Probezeit. Dies gilt auch, wenn die 2 Jahre Probezeit bereits abgelaufen sind, der Fahrer das 21. Lebensjahr aber noch nicht vollendet hat. Im Text heißt es: „….der alkoholische Getränke zu sich genommen oder die Fahrt unter Wirkung eines Getränkes angetreten (hat)…“

Bei Zuwiderhandlung gibt es 2 Punkte und eine Strafe von 250€, jedoch kein Fahrverbot. Über 0,5 Promille oder bei Auffälligkeiten bzw. Unfall sieht die Sache gleich sehr viel ernster aus. Schnell kommt es zum Fahrverbot und auch zur MPU in der Probezeit.

Was passiert bei einer Auffälligkeit in der Probezeit?

Jeder, der in der Probezeit auffällig wird, muss außerdem eine Nachschulung machen. Diese ordnet die Führerscheinstelle beim Landratsamt an. Liegen die Auffälligkeiten im verkehrsrechtlichen Bereich, z.B. Geschwindigkeitsübertretung, wird ein Aufbauseminar angeordnet. Dieses führen bestimmte Fahrschulen durch. Bei einer Auffälligkeit mit Alkohol oder Drogen in der Probezeit führt das zu einem Besonderen Aufbauseminar. Diesen Kurs dürfen nur bestimmte Institute durchführen. Sie sind inhaltlich der Problematik angepasst, zeitlich intensiver und in der Regel auch teurer als die „normalen“ Aufbauseminare.

In der Regel wird bei erstmaligem Auffallen im Straßenverkehr auch bei der Fahrerlaubnis auf Probe noch ein Auge zugedrückt. Dies gilt natürlich nicht für erhebliche Promille-Werte, Drogendelikte und grobe Geschwindigkeitsübertretungen.

Eine unangenehme Konsequenz hat auch eine „geringe“ Auffälligkeit für den Fahranfänger. Bei Ordnungsgeldern über 40€ oder dem Erhalt von Punkten wird fast immer die Probezeit verlängert.

Bei einer 2. Auffälligkeit wird es in der Probezeit oft kritisch. Die Führerscheinstelle sieht sich jetzt in der Pflicht zu handeln. Da das Aufbauseminar offensichtlich nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat, wird oft die Verkehrspsychologische Beratung nach §71 angeordnet. Dies sind 3 Einzelgespräche mit einem Verkehrspsychologen. Mit diesem Seminar können, im Gegensatz zum Aufbauseminar und der Regelung außerhalb der Probezeit, keine Punkte abgebaut werden. Es handelt sich um eine Auflage, die zu erfüllen ist.

Die Anordnung der Verkehrspsychologischen Beratung nach §71 bedeutet nicht automatisch, dass keine MPU in der Probezeit ansteht. Jetzt gilt es, nicht zu hoffen und zu warten, dass alles nochmal gutgeht, sondern aktiv bei der Führerscheinstelle nach den etwaigen Konsequenzen zu fragen.