Sperrfirst verkürzen

Sperrfristverkürzung bei Straftaten

Die Sperrfrist wird bei der Verhandlung auferlegt. Es ist die Zeit, in der der Führerschein nicht wieder erlangt werden kann. Sie ist mindestens 3 Monate und kann im Einzelfall bis zu 5 Jahren betragen. Bekommen Sie nur einen Monat, handelt es sich um ein Fahrverbot, nicht um eine Sperrfrist. Das Fahrverbot bezieht sich auf eine Ordnungswidrigkeit (keine Eintragung im Führungszeugnis). Eine Sperrfrist wird bei einer Straftat verhängt.

In vielen Fällen ist es möglich, die Sperrfrist zu verkürzen. Die Bundesländer haben unterschiedliche Richtlinien, was die Maßnahmen zur Sperrfirstverkürzung betrifft. Es gelten immer die Regeln des Gerichtsstandes. Wohnen Sie beispielsweise in Bayern, der Vorfall hat aber in Baden-Württemberg stattgefunden, wird der Fall in Baden-Württemberg verhandelt. Es gelten dann die Grundlagen zur Sperrfristverkürzung von Baden-Württemberg.

Es ist damit immer wichtig, für die Sperrfirstverkürzung mit dem zuständigen Richter oder der Staatsanwaltschaft zu sprechen. Diese können Ihnen mitteilen, ob und mit welcher Maßnahme Sie die Sperrfrist verkürzen können.

Erfolg verspricht der Antrag auf Sperrfristverkürzung meist bei einer erstmaligen Alkoholauffälligkeit mit weniger als 1,6 Promille. Ganz grundsätzlich sind Richter und Staatsanwaltschaft bei einer ersten Verkehrsauffälligkeit in den meisten Fällen für eine Sperrfristverkürzung empfänglich.

Maßnahmen, die die Sperrfrist verkürzen

Umsonst gibt es nichts, auch keine Verkürzung der Sperrfrist. Die Höhe der Sperrfirst wurde aus einem bestimmten Grunde so gewählt. Somit müssen Sie Argumente liefern, die diese Begründungen mildern bzw. außer Kraft setzen. Dies beinhaltet in erster Linie eine Auseinandersetzung mit dem Thema. In manchen Bundesländern gibt es klare Regelungen. Fällt ein Verkehrsteilnehmer zum Beispiel in Baden-Württemberg mit weniger als 1,6 Promille zum ersten Mal auf, kann er den Kurs Mainz77 machen. Dieses spezielle Kursmodell wird von unterschiedlichen Stellen durchgeführt. Die Führerscheinstelle kann dazu Auskunft geben. Sie stellt auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung im Vorfeld des Kurses aus, die die garantierte Sperrfristverkürzung um bis zu 3 Monaten bescheinigt.

Nicht überall ist es so einfach. Fragen Sie, in den Fällen, in denen es nicht klar geregelt ist, immer bei Richter oder Staatsanwaltschaft im Vorfeld an. Es sei denn, Ihr Anwalt kennt den Richter und weiß, was er verlangt. Denn manchmal kennt ein Richter ein bestimmtes Kursmodell nicht, auch wenn diese allgemein anerkannt sind, oder möchte ein ganz spezielles. Diese Kurse sind mit ca. 300 bis 700€ auch finanziell aufwendig. Klären Sie deshalb auch vorher ab, wie viele Monate Sie die Sperrfrist verkürzen können. In der Regel bewegt sich der Rahmen zwischen 1 und 3 Monaten.

MPU und trotzdem Sperrfrist verkürzen

Nötig ist in diesem Fall als Auflage ein positives Gutachten mit Empfehlung Sperrfristverkürzung. Nicht in allen Bundesländern ist diese Variante möglich.

Vorsicht!!! Werden Sie sich vor dem Erstellen einer MPU sehr klar darüber, ob Sie die Sperrfrist verkürzen wollen. Im Nachhinein ist es oft nicht mehr möglich, die Sperrfristverkürzung abzulehnen. Das positive Gutachten ist in diesem Falle gefährdet. Denn es ist nur positiv unter der Auflage, dass ein Kurs zur Sperrfristverkürzung durchgeführt wird. Anfangs eine Entscheidung auf freiwilliger Basis, kann der Schulungskurs in diesem Fall zum Muss werden. Andernfalls drohen ein negatives Gutachten und eine erneute MPU. Besprechen Sie auch dieses Thema am besten in einer Vorberatung auf die MPU.