MPU & Führerscheinstelle

FuehrerscheinDie Führerscheinstelle ist der Dreh- und Angelpunkt jeder MPU. Dort wird der Führerschein neu beantragt, dort wird entschieden, ob eine MPU stattfindet und beim Landratsamt erhalten Sie Ihren Führerschein nach bestandener MPU ausgehändigt. Alle Unterlagen, die Ihre Fahrerlaubnis betreffen, laufen bei der Führerscheinstelle zusammen.

Nicht alle Bundesländer haben die gleichen Richtlinien zur Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. Insbesondere im Bereich der Drogendelikte beobachtet man deutliche Unterschiede.

Führerschein neu beantragen

Meist ca. 3 Monate vor Ablauf der Sperrfrist erhalten Sie von Ihrer Führerscheinstelle eine Aufforderung zur MPU. Viele erfahren an dieser Stelle das erste Mal, dass Sie zu einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung aufgefordert werden. Es liegt daran, dass das Gericht für das Strafmaß, nicht aber die Anordnung der MPU zuständig ist, ebenso wenig wie die Polizeistelle. Man geht davon aus, dass es in der Pflicht des Straffälligen liegt, sich über die Konsequenzen seines Handelns umfassend zu informieren.

Zuständig ist immer die Führerscheinstelle des Erstwohnsitzes. Schwierig wird es immer dann, wenn ein Umzug ins Ausland stattgefunden hat, der nur auf Zeit geplant ist, es sich also nicht lohnt, den Führerschein des Landes zu beantragen, in dem man gerade wohnt. Bei einem erneuten Umzug nach Deutschland liegt dann trotzdem keine gültige Fahrerlaubnis vor. Es bleibt keine andere Wahl, als den deutschen Führerschein wieder zu beantragen. Dies sind nur Einzelfälle und in jedem Fall mit einem Anwalt zu besprechen.

Führerscheininhaber werden meist sehr kurzfristig zu einer MPU aufgefordert. Sprechen klare Hinweise dafür, dass es unmöglich ist, zum momentanen Zeitpunkt die MPU positiv zu bestehen, kann es sinnvoll sein, den Führerschein freiwillig abzugeben. Oft ist dies bei Drogendelikten der Fall, wenn eine Abstinenzzeit unumgänglich ist.

Unterlagen für die MPU

Vom Landratsamt werden, nach Ihrer Zustimmung, die erforderlichen Unterlagen für die MPU angefordert. Dies sind im Wesentlichen Gerichtsprotokolle, Auszug aus dem Bundeszentralregister in Flensburg und das Führungszeugnis. Den Unterlagen liegen auch vorangegangene negative MPU-Gutachten bei, wenn diese bei der Führerscheinstelle eingereicht wurden. Sie selbst geben der Führerscheinstelle an, bei welchem Medizinisch-Psychologischen Institut Sie die MPU durchführen lassen wollen. Dorthin werden Ihre Unterlagen gesendet. Achten Sie unbedingt auf die Frist, innerhalb der Sie das Gutachten erstellen lassen müssen. Die MPU immer wieder zu verschieben führt im Ernstfall dazu, dass Ihre Unterlagen unbearbeitet an die Führerscheinstelle zurückgehen. Auch die Begutachtungsstelle ist an diese Frist gebunden. Ein nochmaliger Neuantrag auf den Führerschein ist die Konsequenz. Er ist wieder mit Kosten und Zeitaufwand verbunden.

Wieder mobil mit dem Führerschein

Bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung selbst können Sie in den Fragebögen angeben, ob das Gutachten zu Ihnen nach Hause oder direkt an die Führerscheinstelle geschickt werden soll. Sie sind der eigentliche Auftraggeber und haben damit auch das Recht, das Gutachten als erster in Augenschein zu nehmen. Im Falle eines positiven Gutachtens wird Ihnen die Führerscheinstelle, sofern keine Auflagen bestehen, bei Vorlage den Führerschein aushändigen. Bei negativem Gutachten besteht auch die Möglichkeit, die Unterlagen nicht am Landratsamt abzugeben.

Bei einer erneuten Auffälligkeit im Straßenverkehr kann die Führerscheinstelle die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wieder anordnen. Und das bereits bei relativ geringen Promille-Werten, wenigen Punkten oder neuen Straftaten.