MPU & Fahrrad

Fahrrad

Die Fahrrad MPU , ein besonderer Fall

Laut einer Studie aus dem Jahr 2010 des Auto Club Europa (ACE) spielen bei jedem achten Fahrrad-Unfall (12,6%) Alkohol oder Drogen ein Rolle. Im Vergleich dazu, erstaunt es zu hören, dass bei Autounfällen nur jeder 22. durch Einfluss von Alkohol oder Drogen verursacht wurde. An absoluten Zahlen gemessen verschulden Radfahrer mehr als jeden vierten Unfall, der durch Alkohol verursacht wurde (4.416 von 16.500, entspricht 26,8 %). Kein Wunder also, dass immer mehr Fahrradfahrer zur MPU gebeten werden.

Laut § 13 Nr. 2 c der Fahrerlaubnisverordnung muss dann ein Gutachten beigebracht werden, wenn ein Fahrzeughalter mit mindestens 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration oder mit einer Atemalkoholkonzentration von mindestens 0,8 mg/l im Straßenverkehr aufgefallen ist. Als Fahrzeug gelten immer sowohl Autos als auch Fahrräder, daher werden immer häufiger Personen zur MPU geschickt, die auf dem Fahrrad mit Alkohol angehalten werden.

Wie beim KFZ liegt also auch bei der MPU Fahrrad die Grenze in der Regel bei 1,6 Promille. In den wenigsten Fällen fällt der Fahrradfahrer bei Routinekontrollen auf. Meist liegt ein von der Norm deutlich abweichendes Verkehrsverhalten vor (z.B. Schlangenlinien). In der MPU selbst werden bei der MPU Fahrrad weitestgehend die gleichen Fragen gestellt, wie Alkoholauffälligen mit dem Auto. Es geht in erster Linie um das Konfliktverhalten und die Trinkgewohnheiten.

Vorsicht ist bei „Wiederholungstätern“ geboten: Wer bereits früher wegen einer Alkoholfahrt (unter 1,6 Promille) belangt wurde oder gar bereits eine (positive) Begutachtung hinter sich hat, kann davon ausgehen, dass der Psychologe die erneute Auffälligkeit sehr kritisch hinterfragt und davon ausgeht, dass Sie zum Zeitpunkt, an dem Sie aufs Fahrrad gestiegen sind, bereits wussten, dass sie zuviel intus haben und daher absichtlich das Fahrrad bemüht haben. Das zeigt, dass Sie (immer noch) nicht in der Lage sind, Alkoholkonsum und ihr Auftreten im Straßenverkehr zu trennen. Grundsätzlich gilt aber für jeden: Die (durchaus logische) Argumentation, dass Sie das Fahrrad genommen haben, um nicht betrunken Auto zu fahren, sollten Sie einfach weglassen. Sie sind nicht der Erste, der sie anführt. Sie führt zu nichts, denn die Gefährdung des Straßenverkehrs liegt unabhängig von der Transportmethode vor. Und dass, egal wie das potenzielle Schadensausmaß für die anderen Verkehrsteilnehmer vermutlich sein wird. Es geht hier ganz klar in erster Linie um Richtlinien und Gesetze.

Vergessen Sie nicht: der Gutachter unterscheidet nicht zwischen Auffälligkeiten mit dem Wagen oder dem Fahrrad. Er hat lediglich die Frage nach dem verantwortungsbewußten Umgang mit Alkohol im Blick.