Psychologische Untersuchung

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Schritt 4: Die Psychologische Untersuchung

Das Kernstück jeder MPU ist die Psychologische Untersuchung. Mit einer Dauer von 30-45 Minuten ist dies auch der zeitlich intensivste Teil der Begutachtung. Grundlage für die Bewertung durch den Psychologen sind Ihre Aussagen im Gespräch zusammen mit den Unterlagen von der Führerscheinstelle, die ihm vorliegen und Ihren Aussagen auf den vorher ausgefüllten Fragebögen. Auch die Ergebnisse bei den Reaktionstests können zusätzlich ergebnisuntermauernde Hinweise liefern.

Viele sagen nach einer MPU, sie hätten alles bestanden, nur nicht das Gespräch mit dem Psychologen. In der Tat ist die Psychologische MPU Untersuchung meist der Teil, der den Ausschlag gibt und über ein positives oder negatives Gutachten entscheidet. Bei der Ärztlichen Begutachtung kann man sich im Vorfeld absichern durch Information und Nachweise, der Reaktionstest ist in der Regel kein Problem. Was aber ist mit dem Psychologischen Teil?

Wie läuft ein Psychologisches Gespräch ab?

Die MPU Psychologische Untersuchung ist kein einfaches Gespräch, um Ihren „Geisteszustand“ zu überprüfen. Dem Psychologen geht es nicht um die Bewertung Ihrer Persönlichkeit oder darum, ob Sie ein netter Mensch sind. Es geht auch nicht um Intelligenz. Und es gibt keine Psychotricks, wie man so oft liest, was auch immer das ist. Es geht darum, bestimmte Fragen im Auftrag der Führerscheinstelle zu klären. Das Gespräch ist zielführend mit der Absicht, die in Auftrag gegebenen Punkte auf der Basis Ihrer Antworten zu klären.

Fast ausnahmslos jeder ist bei der Psychologischen Untersuchung MPU aufgeregt. Das wird Ihnen nicht zum Nachteil ausgelegt. Auch nicht, wenn es manchmal schwerfällt sich richtig auszudrücken. Haben Sie das Gefühl, dass der Psychologe Sie falsch verstanden hat oder Sie sich missverständlich ausgedrückt haben, sprechen Sie es gleich an. In der Regel schreibt der Psychologe das Gespräch mit, meist am Laptop. Er notiert sich Ihre genauen Aussagen wortwörtlich. Diese fließen dann auch genauso in das Gutachten ein.

Was für Fragen stellt die Psychologische Untersuchung MPU?

Im Wesentlichen geht es um Schilderungen der Vorfälle und der Veränderungen im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Geschehenen. Um mit einem großen Vorurteil gleich aufzuräumen: der Psychologe hat keine Quote zu erfüllen. Jeder Proband wird individuell mit seiner ganz eigenen Geschichte beurteilt. Was Sie vor allem brauchen, um die MPU zu bestehen, ist Information und Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit der Problematik.

Für den Verkehrspsychologen befriedigende Antworten setzen auch ein Problembewusstsein voraus. Gängige Argumente wie: „Das war nur ein einziges Mal, ich hatte einen schweren Tag“, „Ich trinke sonst nie viel“, „Es war nur ein Bier“ oder „Da hat mir jemand was rein gemischt“ führen nicht zum gewünschten Ergebnis. Was Sie bei der Psychologischen Untersuchung MPU nicht erwarten können ist Mitleid. Dafür aber eine handfeste Bewertung der Frage: Ist es wahrscheinlich, dass Herr/Frau…zukünftig erneut im Straßenverkehr auffallen wird? Genau das, in unterschiedlichen Anlassvariationen, ist die Fragestellung der Führerscheinstelle.

Setzen Sie sich im Vorfeld genauestens mit den Fragen auseinander, um die es im Wesentlichen geht. Sie können diese auf den Infoseiten der Anbieter der MPU, auf kostenlosen Informationsabenden oder auch aus seriösen Sachwerken erfahren. Sind Fragen unklar oder haben Sie nur nur Standardantworten parat, lohnt sich oft die Hilfe eines erfahrenen Verkehrspsychologen.