Fragebogen

FragebogenSchritt 1: Die Fragebögen

Nach dem Vorlegen Ihres Ausweises am Empfang werden Ihnen die MPU Fragebögen ausgehändigt. Sie dienen dazu, dem Gutachter einen ersten Eindruck von Ihnen zu verschaffen. Nicht bei jeder Untersuchungsstelle sieht der Bogen exakt gleich aus. Im Gegensatz zu den Gebühren für die MPU bleibt die Gestaltung der Fragebögen dem jeweiligen Anbieter überlassen. Inhaltlich gleicht aber dann doch ein MPU Fragebogen dem anderen.

Schon beim MPU Fragebogen zu Beginn des Begutachtungstages zeigt sich ein Grundprinzip der MPU: Es macht keinen Sinn, Geschichten zu konstruieren. Machen Sie (weitestgehend) wahrheitsgemäße Angaben auf den MPU Fragebögen. Der Psychologe stellt oft später im Gespräch noch einmal dieselben Fragen. Unstimmigkeiten führen an dieser Stelle zu neuen Fragen. Kaum einer ist ein so guter Lügner, sich nicht in Widersprüche zu verstricken. Besonders nicht in so einer extremen Prüfungssituation.

Es gibt den Allgemeinen MPU Fragebogen, psychologische und medizinische Fragebögen. Ein paar Ausführungen zu den beiden letzteren:

Medizinische MPU Fragebögen

Bei den Fragen geht es um chronische Erkrankungen, eventuelle Behinderungen und regelmäßige Arztbesuche. Natürlich geht es auch um längere Krankenhausaufenthalte auch und besonders wegen Abhängigkeiten jeder Art. Abgefragt wird auch der mögliche Umgang mit organotoxischen Stoffen. So manche Gifte können zu Leberschädigungen führen. Dies sieht man im Blutbild an den Leberwerten. Oft ist einem nicht bewusst, dass man sich bei Arbeit oder Freizeit solch Stoffen aussetzt. Der geschulte Arzt kann aus Angaben aus dem Bogen Anhaltspunkte und Erklärungen zu möglichen Abweichungen von der Norm bei Laborwerten gewinnen. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Einnahme der Medikamente. Notieren Sie lückenlos die Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen. Wichtig besonders bei Arzneimitteln, die die Leberwerte oder das Ergebnis des Urinscreenings beeinflussen könnten.

Psychologische MPU Fragebögen

Wer hier endlich den Idiotentest erwartet, wird überrascht sein. Auch die psychologischen Fragebögen sind keine tiefenpsychologischen Tests. Es gleicht mehr einem Lebenslauf mit Schwerpunkten, der abgefragt wird. Wie beim beruflichen Lebenslauf geht es um Familienstand, Schulbildung und den erlernten Beruf. Natürlich gibt es auch Fragen speziell auf den Führerschein bezogen. Es geht um den Vorfall selbst, der zur MPU geführt hat. Füllen Sie die MPU Fragebögen an den Stellen, in denen es um das Delikt selbst geht, besonders gewissenhaft aus. Es wird z.B. detailliert nach Promillewerten, Tatzeit, den Umständen an diesem Tag und früheren Auffälligkeiten gefragt. Der Psychologe hat die Gerichtsakten und kann alles genau nachprüfen. Und das wird er auch. Versichern Sie sich also im Vorfeld der MPU, dass Sie alle relevanten Daten rund um Ihre Auffälligkeiten parat haben.

Oft macht es Sinn, vor Antritt der MPU Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle zu beantragen, um sich noch einmal alles ins Gedächtnis zu rufen. Die Auseinandersetzung mit dem Vorfall ist auch für das Ausfüllen der MPU Fragebögen unerlässlich. Alles steht dann dort schwarz auf weiß. Missverständnisse sind bei schriftlich niedergelegten Aussagen im MPU Fragebogen schwerlich zu erwarten.

Wichtig ist auch die meist letzte Frage nach dem Befinden am Untersuchungstag. Sie können die weiteren Teile der MPU nur dann absolvieren, wenn Sie sich gesundheitlich in der Lage dazu fühlen. Wenn Sie also nicht krank sind, kreuzen Sie auch nicht an, dass Sie sich nicht fit fühlen.

Einige Beispielfragen aus allen drei Fragebögen:

  • Schildern Sie, wie Sie einen normalen Wochentag verbringen (Beruf und Freizeit) und wie Sie in der Regel Ihre Wochenenden verbringen.
  • Haben Sie jemals illegale Rauschmittel (Drogen) eingenommen? Wenn ja, welche?
  • Trinken Sie regelmäßig koffeinhaltigen Kaffee? Wenn ja, wie viele Tassen täglich?
  • Warum trinken Sie Alkohol/keinen Alkohol?
  • Ist Ihnen die Fahrerlaubnis schon ein oder mehrere Male entzogen worden? Wenn ja, wann und warum?
  • Waren Sie als Fahrzeugführer (auch Fahrrad oder Moped) in Verkehrsunfälle verwickelt? Wenn ja, wann?
  • Beschreiben Sie Ihr Verhalten im Straßenverkehr und Ihren Fahrstil in der Vergangenheit.
  • Wie wollen Sie sich künftig im Straßenverkehr verhalten?
  • Sie haben unter Alkohol ein Fahrzeug im Straßenverkehr geführt. Wie viel Glas Alkohol hatten Sie getrunken?
  • Wie viel Kilometer wollten Sie bis zum Fahrtziel fahren?
  • Wie hoch war Ihr Promillegehalt?