MPU Ablauf

Medizinisch-psychologische Untersuchungen in Deutschland: Verteilung der Untersuchungsanlässe im Jahr 2009 (Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen)

Medizinisch-psychologische Untersuchungen in Deutschland: Verteilung der Untersuchungsanlässe im Jahr 2009 (Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen)

Jeder geht in die MPU mit genau einem Ziel: Die MPU bestehen. Unverzichtbar ist dabei die Kenntnis des MPU Ablaufs. Grundsätzlich besteht die MPU aus 3 Teilen. Dem Reaktionstest, der ärztlichen Untersuchung und dem Gespräch mit dem Verkehrspsychologen. Mit Wartezeiten sind für die komplette MPU in der Regel 3-4 Stunden einzurechnen. Längere Wartezeiten im Ablauf können immer mal wieder auftreten. Nehmen Sie sich am besten einen ganzen Tag frei, um nicht auch noch unter Zeitdruck von außen zu geraten. Bevor es losgeht, gibt es ein paar Fragebögen zu beantworten. Keine Angst, dass dort Fangfragen gestellt werden. Im Grunde geht es um Vorerkrankungen, die Vorfälle im Straßenverkehr und ganz allgemein um das körperliche Befinden am Untersuchungstag.

Der Reaktionstest

Er findet an einer Art großem Computer statt. Dieser hat Pedale und unterschiedliche Handschalter. Anfangs empfindet diesen Test, bei dem es darum geht auf Signale und Töne zu reagieren, jeder befremdlich. Das legt sich aber bald. Vor jeder Prüfungsphase gibt es eine einleitende Übungsphase. So bleibt Zeit, die Testanordnung kennen zu lernen und sich den Anforderungen anzupassen. In der Regel ist der Reaktionstest problemlos zu meistern. Wichtig ist volle Konzentration auf jede der Aufgaben. Insgesamt dauert der Reaktionstest meist eine halbe Stunde. Treten in dem einen oder anderen Bereich Schwierigkeiten auf, folgt ein Ersatztest mit der gleichen Grundfragestellung, um sich die Gründe für die Fehler genauer anzusehen. Der Psychologe schaut sich die Ergebnisse an und weiter geht es zum nächsten Teil im MPU Ablauf.

Die Ärztliche Untersuchung

Je nach Untersuchungsanlass fällt der Umfang der Ärztlichen Untersuchung aus. Bei allen Untersuchungsanlässen außer Alkohol und Drogen findet eine reine, und kurze Allgemeinuntersuchung statt. Der Arzt notiert Ihr Gewicht, Ihre Körpergröße und macht ein paar einfache medizinische Reaktionstests. Damit stellt er sicher, dass keine neurologischen Beeinträchtigungen vorliegen. Außerdem wird er sie zu Ihrer Vorgeschichte bezüglich Alkohol und Drogen befragen. An dieser Stelle geht es nicht darum, den Konsum von Rauschmitteln zu verleugnen (zumindest nicht den von Alkohol), damit Sie die MPU bestehen. Der verantwortungsvolle Umgang soll sichergestellt werden.

Das psychologische Gespräch

Das Kernstück jeder MPU ist das Gespräch mit dem Verkehrspsychologen. Hier entscheidet es sich für die meisten, ob sie die MPU bestehen. Das Gespräch dauert in der Regel ein halbe bis dreiviertel Stunde. Der Psychologe befragt Sie zu Ihrer Vorgeschichte und dem Grund der MPU. Die Kernfrage, die am Ende beantwortet werden muss ist: Ist es verantwortbar, den Führerschein wieder auszuhändigen? Der Psychologe muss durch klare Aussagen zu dem Schluss kommen, dass die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Auffälligkeit nur sehr gering ist. Es geht im Wesentlichen darum, aufzuzeigen, was sich verändert hat. Im Verhalten und in der Einstellung. Was wurde konkret unternommen? Hilfreich kann hier eine Aufarbeitung des Themas im Rahmen einer Vorbereitungsmaßnahme sein.

Die unterschiedlichen Anbieter für MPU-Beratung und MPU selbst bieten meist in regelmäßigen Abständen kostenlose Informationsabende an. Natürlich werden dort die Vorbereitungsmöglichkeiten vorgestellt. Man bekommt aber auch jede Menge Informationen zum MPU Ablauf. Man kann die MPU bestehen, auch beim ersten Mal. Information und Auseinandersetzung mit dem Thema ist dafür jedoch unerlässlich.